Keinesfalls empfehlenswert - Absolut katastrophal
- Pro:
- Einzelzimmer und schöne Umgebung - das war es dann auch schon.
- Kontra:
- Gesamte Behandlung - siehe Text.
- Krankheitsbild:
- Essstörung, Trauma
- Privatpatient:
- ja
- Erfahrungsbericht:
-
Ich schreibe diese Bewertung, weil ich den Eindruck habe, dass einige Rezensionen ein stark verzerrtes Bild vermitteln.
Ich habe mich in der Parkland-Klinik auf der Station 0.6 aufgrund einer Essstörung und einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS) befunden. Leider kann ich zu dieser Klinik nicht besonders viel gutes schreiben.
Abgesehen von den Einzelzimmern und der breiten Buffet Auswahl überwiegen für mich die negativen Aspekte deutlich.
Konzept:
Das Konzept nach dem die Klinik arbeitet (Essen, Ausgang etc.) ist sehr offen. Wer also nicht gesund werden möchte, ist in dieser Klinik am falschen Ort, da man somit als Essstörungspatient*in schnell Striche (beim Essen, Wiegestriche, Nichteinhaltung der Gewichtskurve…) sammeln kann und dann daraufhin die Klinik verlassen muss.
Dennoch scheinen vorzeitige Entlassungen dort häufiger stattzufinden - leider auch ohne triftigen Grund.
Gibt es keinen offensichtlichen Grund, werden eben Gründe geschaffen.
Sobald das Behandlungsteam Patient*innen als "zu belastend" empfindet, wird diese*r ohne jegliche Vorwarnung entlassen in Form des "Loswerdens".
Therapie:
Die Therapie wirkte insgesamt unstrukturiert, ein klarer roter Faden fehlte, ebenso wie ein konsequenter Fokus auf die Problematik weshalb man sich in Behandlung befunden hat.
In der Gruppentherapie wurden häufig ausschließlich oberflächliche Themen behandelt und oftmals fehlten (beispielsweise in der Ergotherapie) die therapeutischen Ansätze, wie ich sie aus anderen Kliniken kenne.
Auch meine Traumathemen wurden teilweise nur sehr oberflächlich behandelt; an anderen Stellen sehr tief gegraben, dann aber ohne Einordnung offen gelassen und so stand ich nach der Entlassung da und wusste nicht wie ich damit nun umgehen soll.
Therapeut*innen vor Ort sind oft relativ jung und noch in der Ausbildung oder frisch ausgebildet.
Anderen mangelt es offenbar an Trauma-Fachkenntnissen, relevanten Fähigkeiten für eine zielführende therapeutische Behandlung und es besteht eine Unsicherheit bei tiefliegenden Themen. Das spürt man innerhalb der therapeutischen Gespräche partiell stark. Dadurch ist die Qualität der Gruppen und Einzeltherapie größtenteils wirklich schlecht.
Die therapeutische Kommunikation war unzureichend. Einige der Therapeut*innen haben mir (sowie anderen Patient*innen) ganz dreist ins Gesicht gelogen.
*Fortsetzung in den Kommentaren*


3 Kommentare
*Fortsetzung 1/2*
Teilweise empfand ich die Therapiegespräche sehr suggestiv, z.B. wurden Belastungen relativiert und / oder einem wurde vermittelt, was das Fachpersonal sagt, stimme auch. Aufgrund dessen hatte ich im Nachhinein lange Zeit das Gefühl, massiv an Selbstvertrauen verloren zu haben.
Des Weitern war zu keiner Zeit ein Dialog auf Augenhöhe möglich, was für mich als Patientin unverständlich und zutiefst enttäuschend ist.
Offensichtliche Fehler der Therapeut*innen und Schwierigkeiten während der Behandlung werden nahezu immer(!) dem Patienten zugeschrieben. Bei Fehlern der Klinik erfolgt keine Entschuldigung.
Zwar wirbt die Parkland-Klinik mit einer Spezialisierung auf Trauma, doch das anzweifeln real stattgefundenen Erfahrungen sowie die Zuweisung von Schuld an traumatisierten Patient*innen, wirft bei mir eher die Frage fachlicher Kompetenz auf und ist darüber hinaus fachlich höchstproblematisch. Hier muss insbesondere die psychologische Leitung (negativ) hervorgehoben werden, aber auch Teile der Pflege.
Eine Unterstützung nach den oftmals sehr herausfordernden Therapiesitzungen durch die Pflege hat oftmals nicht stattgefunden. In Situationen, wo man Hilfe braucht und dann zur Pflege geht, wird man entweder weg- oder in einen Raum nach nebenan geschickt. Teilweise wirken die Pflegekräfte leider auch resigniert bis genervt, wenn man vorbeikommt. Dies ging nicht nur mir so, sondern auch meinen Mitpatient*innen. Dadurch haben die meisten sich irgendwann nicht mehr getraut dahin zu gehen, weil sie wussten, dass man dort sowieso keine richtige Hilfe erhält.
Das geht in einer psychosomatischen Klinik natürlich gar nicht.
Darüber hinaus wurden Dissoziationen weitestgehend absolut fehlverstanden und als "Problemverhalten" eingestuft. Bei einer eintretenden Dissoziation, Panikattacke oder einem Flashback wurde man von einigen Therapeut*innen und Pfleger*innen vollständig ignoriert.
Einige der Pfleger*innen haben sich ganz klar grenzüberschreitend während Dissoziationen, Flashbacks und Panikattacken verhalten - Etwa wie den / die Patient*in anzupacken oder im Lauten ton nahezu anzuschreien.
Entlassung:
Der Entlassungsbericht war extrem fehlerhaft und enthielt inhaltlich falsche Angaben. Eine strukturierte Entlassungsvorbereitung fand praktisch nicht statt; vielmehr entstand der Eindruck, dass das Team den Fall aufgegeben hat.