Dieser Erfahrungsbericht bezieht sich auf die Tagesklinik Fontheim in SZ-Thiede.
Hab die Therapie ja jetzt endgültig abgebrochen. Das ist echt mehr was für Angstpatienten und wenn ich den ganzen tag nur doof rumhänge in dieser Umgebung werde ich erst irre.
Da gab es echt nichts.
Einen Ruheraum mit Matrazen auf dem Fußboden, den Speiseraum und das wars dann.
Wenn es wenigstens so gewesen wäre, das man nach der letzten Anwendung gehen darf, aber nein, man mußte warten bis zum bitteren Ende. (8:30-16:30)
Ewig lesen oder mit Mitpatienten sprechen, da hatte ich auch keinen Bock drauf. Soviel Kaffee kann man ja gar nicht trinken. :)
Di war besonders schlimm. Nicht nur der Bundeswehr Marsch(Di hatten wir immer Kochgruppe, wofür wir einkaufen und kochen mußten. Den Weg zum Geschäft mußten wir zu Fuß gehen was pro Strecke 1,2 Km waren und auch mit dem ganzen Einkauf natürlich zurücklatschen), sondern man hatte um 9 Autogenes Training, 9:30 kochen und Einkaufen tja und dann nix mehr bis zum bitteren Ende um 16:30. Hab zu hause fast nur geheult und war so erledigt das ich um 19:00 ins Bett gefallen bin.
Naja und Montagmorgen hatte ich eine so dermaßen schlechte Laune das GB (mein Mann) richtig sauer war und wir beide meinten, ich mache mich mehr kaputt als das es hilft.
Das kann es ja auch nicht sein oder? Besonders dieses Autogene Training konnte man in die Tonne treten....man sollte eine "bequeme Haltung" einnehmen, allerdings durfte man sich die auch nicht aussuchen:
Man MUSSTE auf dem Rücken liegen und die Beine ausstrecken. Hinter her haben sie einen dann gefragt, ob man sich entspannen konnte. Meine Antwort jedesmal "Nein, ich lag im Hohlkreuz oder ich konnte mich nicht auf dem Rücken entspannen." Tja die kluge Schwester meinte dazu nur "Das müssen Sie trainieren." Toll oder?
Als ich den 1,2 Km Marsch zurückgelegt habe (hin und her), hatte ich hinter her irre Rückenschmerzen.
Was dann den endgültigen Bruch verursacht hat war dann folgender: Eine ältere Mitpatientin wollte ebenfalls nicht den Weg gehen, weil ihr total schwindelig war. Das sagte sie einer Schwester und die meinte "Das kann ja nicht sein, ich habe heute morgen ihren bluthochdurck gemessen. Der war in Ordnung."
Die Patientin daraufhin:" Ja das kommt immer, nachdem ich meine Medikamente genommen hab."
Irgendwie hatte ich das Gefühl, die SChwester nahm das nicht ernst und ritt darauf herum, das sie ja nur nicht mit einkaufen wollte.
Bevor sie sich dann endlich dazu bewegt hat, den blutdruck nochmal zu messen, meinte die Schwester noch:"Soll ich Sie mal ärgern? Da geht ihr Blutdruck dann hoch."
Das war auch grade an dem Tag als ich durch den weiten Weg meinen Rücken so schlimm hatte. Da fragte ich die Schwester "Wäre das ok, wenn ich nachher im Sportkurs nur soweit mitmache wie ich kann?"
Daraufhin meinte sie:"ICh zwinge die Leute immer." Mir hätte es gereicht wenn sie einfach nur Ja oder Nein gesagt hätte.
Ich finde echt, solche Sprüche sind in Bezug auf psychisch kranke Menschen total daneben. Zumal meine Mitpatientin auch noch Colesterine und irgendwas anderes hatte.
Den Schwestern kann man ja eigentlich keinen Vorwurf machen, das sind halt normale SChwestern, die wohl nicht speziell auf psychisch Kranke geschult sind.
Was ich auch noch daneben fand war, das man normalerweise 2 Einzelgesprächstermine pro woche hat bei den Ärzten. Da sind normalerweise auch zwei Ärzte, aber einer war für 6 Wo im Urlaub. Da wurden die Gespräche dann einfach auf ein Gespräch die Woche minimiert. Das kanns doch auch nicht sein, ich finde, da muß dann halt aus der Hauptklinik eine Vertretung kommen.
Und dann auch die ganzen aufgaben, die wir da hatten. Putzen, Rasenmähen, unkraut jeten....naja ist ja ganz bequem: Das Krankenhaus spart Personal und kann sich mit "Das gehört zur Therapie." herausreden.
Mag ja sein, dass diese Klinik optimal für Menschen ist, die vielleicht lange stationär waren oder ihren Alltag nicht mehr bewältigen konnten oder Sozialphobien haben. Aber dann sollen sie doch bitte gleich sagen "Nee mit Depressionen sind sie hier falsch."
bei mir zu hause ist durch die Putzerei und Warterei echt der Haushalt liegen geblieben. Die Wäsche hat sich getürmt und die Küche war fast schon ein Biotop. Das ist doch irgendwie nicht Sinn der Sache, oder?
Zumal ich ja keine Angst rauszugehen habe und seitdem ich abgebrochen habe, kann man hier auch wieder vom Fußboden essen.
Was wäre denn gewesen, wenn wir Kinder gehabt hätten? GB meinte, er hätte sie dann eiskalt in die Klinik geschickt. *lol*
1 Kommentar
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