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Bezirkskrankenhaus Augsburg  

86156 Augsburg

Bayern

Adresse: Dr. Mack-Straße 1, 86156 Augsburg

Gesamtzufriedenheitsehr schlechte Erfahrung
Qualität der Beratungsehr schlechte Beratung
medizinische Behandlungsehr schlechte Behandlung
Verwaltung und Abläufekeine gute Organisation
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Psychose zu Hause nach Verlassen des BKH!!! Klinischer Fachbereich:  Psychiatrie
 stratos12 berichtet als Patient  09.09.2011

Pro:

Kaum Pluspunkte...

Kontra:

Kontraindizierte Medikamentenansetzung!!!

Gesamtzufriedenheit:

unzufrieden sehr schlechte Erfahrung

Qualität der Beratung:

unzufrieden sehr schlechte Beratung

medizinische Behandlung:

unzufrieden sehr schlechte Behandlung

Verwaltung und Abläufe:

unzufrieden sehr schlechte Organisation

Weiterempfehlen:

nein

Jahr der Behandlung:

2011

Privatpatient:

nein

Erfahrungsbericht:

Hallo,

ich war zuletzt Ende August im BKH, Station B1, offene Station.

Ich kam freiwillig wegen schwerer Depression, allerdings im Rahmen einer "schizoaffektiven" Erkrankung (was bedeutet, dass ich unter depressiven Phasen genauso leiden kann wie unter manischen oder psychotischen Phasen).

Nach zweieinhalb Tagen (v. Do. bis So.) ließ ich mich genauso freiwillig, d.h. auf eigene Verantwortung wieder entlassen.

Im Laufe des Gespräches mit dem diensthabenden Arzt wurde mir signalisiert, dass in dem Fall, dass ich mal wieder freiwillig hier reinkommen sollte, dies "unter VERSCHÄRFTEN Bedingungen" sein würde. Auf meine Nachfrage hin erläuterte der Arzt, damit meine er, dass ich z.B. "länger drinbleiben" würde etc.... Nur - ich lasse mir so etwas nicht androhen!

Natürlich werde ich in Zukunft das BKH so sehr meiden, dass ich freiwillig keinen Fuß mehr in dieses Haus setzen werde, das Vertrauen, das ich darin hatte, ist vollkommen zerstört worden!

Erster und heftigster Beschwerdegrund: Gefährliche und kontraindizierte medikamentöse Einstellung durch den OA, nämlich Gabe eines Antidepressivums, das ich als Schizoaffektive gar nicht nehmen DARF, da unmittelbare Gefahr einer Manie oder Psychose besteht!!! Dazu überdosiert (150mg "Trevilor" bereits am zweiten Tag d. Behandl.)!!! Zu Hause hatte ich nach drei Tagen eine beginnende PSYCHOSE!!! Konnte Gott sei Dank gegensteuern! Habe Trevilor wieder absetzen können! Bin nicht aufgeklärt worden!!!

Story: Fünfbettzimmer, eine vergammelte Dusche, ein WC und zwei Waschbecken, darüber jeweils eine Ablage, die überfüllt war sodass ich meine Drogerieartikel dort gar nicht ausreichend abstellen konnte.

Die Stimmung in diesem Zimmer schwankte von Traurigkeit und Depression, kurzen aber relativ aggressiven Einwürfen einer Patientin mit Angststörung bis hin zu Stumpfsinn und Apathie. Für eine Depressive wie mich in dieser Phase unerträglich, da keine absoluter Rückzug möglich und wegen Überforderung angesichts der nächsten Woche mit ihren Abläufen.
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Horror A1 Klinischer Fachbereich:  Psychiatrie
 nini12 berichtet als Patient  11.08.2011

Pro:

 

Kontra:

Keine Hilfestellung durch das Personal

Gesamtzufriedenheit:

unzufrieden sehr schlechte Erfahrung

Qualität der Beratung:

unzufrieden sehr schlechte Beratung

medizinische Behandlung:

unzufrieden sehr schlechte Behandlung

Verwaltung und Abläufe:

unzufrieden sehr schlechte Organisation

Weiterempfehlen:

nein

Jahr der Behandlung:

2004

Privatpatient:

nein

Erfahrungsbericht:

Ich war 2004 auf der Station A1. Es war der Horror. Ich war wegen Depression, Angst- und Panikzustände in der Klinik. Ich hatte keinen der mich aus meiner Panik geholt hat. Gespräche bekam ich keine sinnvollen mehr. Auf Bedarfsmedikamente durfe ich auch nicht zurückgreifen, da ich sonst von der Pflege auf die geschlossene station eingewiesen worden wäre.
Ich sollte nur dieses SORG Schema machen, hatte aber keinen der das mit mir besprochen hat.
Ich wurde nach 2 Tagen von einem Einzelzimmer in ein 5 Bettzimmer verlegt. Ich hatte ab da keinerlei Rückzugmöglichkeiten mehr.
Nach ein paar Tagen wurde für unser Zimmer ein Putzverbot ausgesprochen. Nach 2 Tagen flogen schon die Staubwolken. Das Bad sah einfach eklig aus. Zahnpastaspritzer, Schminke klebten im Waschbecken,lange schwarze Haare lagen darin.
Díe Abflüsse stanken so fürchterlich, das eine Mitpatientin Abflußfrei kaufte . Die Handtücher trockneten nur schlecht. Die Duschtücher waren im gesammten Bad verstreut. Pünktlich zur Oberartztvisite wurde das Badezimmer 1 x /Woche geputzt.

Bei Therapieen sollte man immer ehrlich sein. Als ich mich bei der JME einmal nicht entspannen konnte da die Pausen zu lange waren und dies sagte, mußte ich 3 Tage später die Atemtherapie ohne Vorbereitungszeit abhalten/durchführen. Mir wurde nicht einmal die Zeit gelassen, mir den Skript durchzulesen.

Die Nächte waren schaurig. Das Pflegepersonal ließ Türen fallen, liefen mit für die Nacht ungeeignete Schuhe durchs Zimmer, Kreischten und lachten bei der "Wachablösung". Dieser Pfleger wurde angesprochen, er lachte sich nur kaputt. In seinen nächsten Nächten war das gleiche Theater wieder. Da sieht man doch mal wie ernst man als Patient genommen wird.

Diese Klinik kann ich nicht empfehlen.
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95% negativ Klinischer Fachbereich:  Psychiatrie
DieEla berichtet als Patient  24.07.2010

Pro:

Akute Zustände gut medikamentös behandelbar

Kontra:

mangelhafte fachliche Kompetenz

Gesamtzufriedenheit:

weniger zufrieden keine gute Erfahrung

Qualität der Beratung:

unzufrieden (Therapieangebot zu lückenhaft) sehr schlechte Beratung

medizinische Behandlung:

weniger zufrieden (Ärzte unhöflich und zu festgefahren in ihren Ansichten) keine gute Behandlung

Verwaltung und Abläufe:

weniger zufrieden (bei der Entlassung viel Geduld aufbringen) keine gute Organisation

Jahr der Behandlung:

2010

Privatpatient:

nein

Erfahrungsbericht:

Ich bin vor einigen Monaten "freiwillig" in die Bezirkskliniken Schwaben eigewiesen worden und habe mich dort acht Wochen auf der Station E2 in Behandlung befunden. Meine ursprüngliche akute, schwere Depression und mein Suizidversuch haben mir den Aufenthalt dort beschert.

Als ich ankam, war mein erster Eindruck der eines Krankenhauses. Patienten in Sportanzügen, Desinefktonsmittelgeruch und die typische Dekoration und Gestalung eines Krankenhauses. Alles war ziemlich kühl und ungemütlich. Kein Ort, an dem man es sich für mehrere Wochen bequem einrichten möchte.

Meine ersten vier Wochen habe ich mit häufiger Visite ("Wie geht es ihnen heute auf einer Skala von 1 bis 10?"), dem straffen Tagesablauf (Morgenspaziergang, Frühstück, Tabletteneinnahme, Therapie, usw.) und dem wenigen bewilligten Ausgang verbracht. Mir ging es in der ersten Zeit wirklich mies und so haben die Medikamente schnell angefangen zu wirken und nach vier Wochen habe ich mich wieder völlig stabilisiert. In dieser Zeit sind mir, aufgrund meines schlechten Zustandes, viele Mängel nicht aufgefallen.
Das hat sich aber bald geändert.

In der zweiten Hälfte meines Aufenthalts im BKH Augsburg habe ich die harte Realität erkennen müssen. Wir reden hier von einer Klinik, die einzig und allein zu dem Zweck da ist akute Zustände zu behandeln. Alles was danach kommt ist irrelevant.

Die dauerhafte Einnahme von Tavor (ein stark abhängig machendes Beruhigungsmittel), das jeder Patient proforma bekommt, ob er es braucht oder nicht und die Abschottung von der Außenwelt (nur ein Minimum an Ausgang) hinterlassen bei mir einen ziemlich faden Nachgeschmack.

Das Pflegepersonal war zwar meistens freundlich, aber sobald eine Ausnahmesituation eingetroffen ist, waren sie überfordert und unhöflich (vielleicht sogar unverschämt). Sie konnten nicht auf die Bedürfnisse des Patienten und Nuancen einer Krankheit eingehen und haben sich in den meisten Fällen nur mit Tavor oder Ausgangssperre zu helfen gewusst.

Das Reinigungspersonal ist leider für eine Fachklinik völlig unfähig. Sie waren zwar jeden Tag da, aber in knapp zwei Minuten in jedem Zimmer kann man keine sauberen Räume erwarten. Das selbe gillt auch fürs Bad. Frauen mit langen Haaren können sich darauf freuen besonders im Bad auf dem Boden imme

Kommentare

Kommentar von nini12  am 11.08.2011
Hallo Die ELa, ich würde gerne Kontakt zu dir aufnehmen und dir meine Erfahrungen mitteilen. Es wäre schön, wenn du dich meldest.
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Wie säge ich an der heiligen Kuh? Klinischer Fachbereich:  Psychiatrie
Reformator berichtet nicht als Patient, sondern als sonstig Betroffener  11.10.2009

Pro:

Geschützter Rahmen

Kontra:

1002 Gründe

Gesamtzufriedenheit:

unzufrieden (Wie kann man in der Psychiatrie zufrieden sein?) sehr schlechte Erfahrung

Qualität der Beratung:

unzufrieden sehr schlechte Beratung

medizinische Behandlung:

unzufrieden sehr schlechte Behandlung

Verwaltung und Abläufe:

zufrieden recht gute Organisation

Jahr der Behandlung:

2001

Privatpatient:

nein

Erfahrungsbericht:

Tja, was sollten andere über diese Klinik erfahren? Vielleicht, daß es besser ist, in der Lage zu sein, einen Aufenthalt dort im allgemeinen zu vermeiden! Das Schlimme an der Psychiatrie ist, daß man eben doch in die Lage kommen kannn, sich in ihr behandeln lassen zu müssen. Und dann kannst du nur hoffen, daß dein Problem behoben werden kann und sich dein Aufenthalt so kurz wie möglich gestaltet. Als halbwegs intelligenter Mensch ist dieses Haus nur begrenzt zu ertragen, doch wenn du " auf Teufel komm 'raus "darauf angewiesen bist, dann hast du nichts zu lachen! Ich fasse mich kurz, sonst müsste ich Bücher schreiben. Ich war 1998 bis o9.11. 01 als Dauergast bzw. " Drehtürpatient " im BKH-Augsburg berüchtigt und dementsprechend unbeliebt. Nach über acht Jahren zuhause stelle ich rückblickend fest, daß ich unter einer schweren Sinn- und Identitätskrise litt. Mein Leben verlief alles andere als gerade und ich wußte nicht mehr, wo ich stehe, wohin ich gehöre und wozu das alles noch gut sein sollte. Stellenweise ging es mir so schlimm, daß ich jeden Tag darum kämpfen musste, mein Leben nicht vorzeitig zu beenden. Die Alternative im BKH heißt dann, 1 zu 1 Betreuung, oder wenn's gar nicht mehr geht, ab ins Fix-Bett! Es waren die bis dahin schlimmsten drei Jahre meines Lebens. Ich war auf so ziemlich allen Stationen, außer auf der Geronto. Stellenweise wurde mir die Teilnahme am Essen verweigert und ich wurde mit damals fünf DM " ausgestattet ". Damit sollte ich mich selbst versorgen. Als guter Esser kommst du mit fünf DM nicht sehr weit, sodaß ich über Wochen hinweg, zu meinem Leidensdruck auch noch Hunger hatte. Ich wurde selbst von Angestellten des kaufmännischen Bereiches bespöttelt und beleidigt, weil die persönlichen Kontakt zu Pflegern hatten, die mich ihrerseits
aus teilweise privaten Gründen nicht ab konnten. Es wurde der Ausgang gestrichen, wegen wirklich banaler Dinge und viele, viele weitere kleine und große Unverschämtheiten.
Zum Psychiatriepersonal muß man nicht sehr viel sagen, außer, daß ihnen halt nur die Psychiatrie ermöglicht, noch beruflich tätig zu sein. Auf dem ersten Arbeitsmarkt könnte man diese Leute kaum an den Mann bringen. Es gab ein paar, die ich wirklich mochte, aber, die guten Willens sind werden ganz gerne gemobbt. Gott sei Dank verfüge ich über ein paar Insiders, so habe ich die Möglichkeit, etwas emotionale Distanz dazu zu gewinnen. Da werden Menschen beschäftigt, die einen so desolaten sozialen und emotionalen Hintergrund haben, daß du dich frägst, wie der dir pflegetechnisch helfen soll. Drei habe ich kennengelernt, die sich umbrachten, oder in's Abseits gesoffen haben. Von den vielen Patienten, die ich kennenlernte, haben sich 18 vorzeitig aus dem Leben verabschiedet. Die meisten geistern nach wie vor unverändert durch die Stadt. Man muß wissen, daß Psychiatrie nicht den Anspruch erhebt, Menschen zu heilen. Das BKH-Augsburg ist ein Krisenintervensions-Krankenhaus, keine therapeutische Insel, wo bebauchpinselt wird. Ich habe schon erlebt, daß depressive Patienten nach der Visite versucht haben, sich mit einem Plastikmesser die Pulsadern zu öffnen, weil eine Ärztin so schonungslos und unsensibel mit ihm tabula rasa machte, daß er nur noch sterben wollte. Freilich sind die immun gegen die Leiden ihrer Patienten, was sonst!? Zum Teil herrscht Narrenfreiheit. Wenn man in der Übergabe einmal lauscht, wie sich manche " Pflegekräfte " über Patienten zum Teil totlachen...........! Oder ein etwas unruhiger Patient auf der sogenannten " Therapiestation " mit Tavor vollgestpft wird, ihm selbiges dauerhaft verordnet wird und sich nach vier Wochen gewundert wird, weshalb der Entzugserscheinungen kriegt und ihn dann, vielleicht sogar als Bestrafung, auf die geschlossene Suchtabteilung verbannt. Andere Patienten die sich darüber beschwerten, als aufsässig und bedrohlich bezeichnet und sie kurzerhand vor die Tür setzt. Da kreuchen Oberärztinnen durch die Gänge, die man " draußen " schon generell meiden würde. Die aber, wehe wenn sie losgelassen, sich ihre Patienten so zur Brust nehmen, daß der nur den Wunsch hat diese A..... eigenhändig zu erwürgen. Psychiatrie hat Zukunft. Ich wette, würde man vom BKH bis zur Steppacher Hauptstraße an- und ausbauen, bekäme man diese Häuser auch noch voll.
Ich für meinen Teil, bin davon restlos bedient. Dabei hab' ich gerade einmal die Spitze des Eisberges angekratzt. So beleidigt und gedemütigt wurde ich zuvor und bis heute nicht.
Das BKH bietet dir aus meiner Sicht nur eines: eine kurzfristige pharmakologische Behandlung bis zur akzeptablen Stabilität, dann wirst du entlassen! Hilfe langfristig, no. Verständnis, naja. Empathie,....nada! Ich für meinen Teil ziehe es vor, so hart zu werden, daß ich diese Mühle nie wieder in Anspruch nehmen muß. Es ist halt auch nur ein Dienstleister und da gilt eben auch...........Money makes the world go 'round!
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Nebenwirkungen Klinischer Fachbereich:  Neurologie
geistig_abwesend berichtet als Patient  03.09.2009

Pro:

steht im Bericht

Kontra:

dito

Gesamtzufriedenheit:

unzufrieden sehr schlechte Erfahrung

Qualität der Beratung:

unzufrieden (keine Angabe) sehr schlechte Beratung

medizinische Behandlung:

unzufrieden sehr schlechte Behandlung

Verwaltung und Abläufe:

weniger zufrieden keine gute Organisation

Jahr der Behandlung:

2222

Erfahrungsbericht:

Nach sechswöchentlichem nervenaufreibendem Aufenthalt in dieser Nervenheilanstalt wurde ich seitens des Fachpersonals immer noch angegraunzt: "Wenn es Ihnen jetzt immer noch nicht besser geht, dann ist das Ihre eigene Schuld!" Ich: "Aber natürlich, jetzt kommt wieder die Schuldfrage! Na klar, und ich bin ja auch am Ozonloch schuld! Sagen Sie mal, was erlauben Sie sich eigentlich?"

Wahrscheinlich geht kein Mensch gerne in ein Krankenhaus, schon gar nicht in ein Irrenhaus. Aber ich kann Ihnen jetzt auch verraten, warum es so heißt (das ist meine subjektive unmaßgebliche Auffassung, und wie wir später im Entlassungsbericht erfahren werden, leide ich unter Wahrnehumunsstörungen): gemäß meiner Erfahrung heißt es Irrenhaus, weil dort Irre arbeiten (Beispiel: eine Kindergärtnerin arbeitet in einem Kindergarten, ein Polizist auf einer Polizeiwache, ein Bäcker in einer Bäckerei…)
Auf diese Erfahrung hätte ich gut und gerne verzichten können. Es hat eine sehr sehr lange Zeit gedauert, bis ich mich von diesem unerfreulichen Aufenthalt erholt hatte (wie man sieht, kann derselbe Spätschäden verursachen), und heute – wo ich etwas klarer im Kopf bin – frage ich mich allen Ernstes, warum ich mir das angetan habe. Mag sein, dass ich vielleicht nicht der Typ bin, der sich gerne unterordnet. Mag auch sein, dass ich Ergebnisse lieber erreiche, indem ich selbst auf die Lösung komme, als sie mir vorkauen zu lassen. Mag auch sein, dass ich mich absolut nicht in eine Gruppe einfügen kann, weil ich besser alleine arbeite (das ist sogar eine absolute Voraussetzung, wenn man an die Spitze will!).

Aber ich lasse mir von niemandem sagen, nicht von meinem Boss, nicht von meinem Mann und ganz bestimmt nicht von meiner Oberärztin, was ich zu tun habe und was nicht. Und ich trinke dann, wenn ich Durst habe und nicht, weil es Punkt zwölf Uhr ist. Wissen Sie, wenn nicht einmal gut ausgebildetes Klinikpersonal den Unterschied zwischen hysterisch und sensitiv kennt, dann wage ich an der Qualität dieser Einrichtung zu zweifeln…

Gemäß Betriebsordnung sollen wir doch dazu erzogen und dafür trainiert werden, wieder selbständig in die Gesellschaft zurückkehren zu können. Wir sollen aus unserer Apathie herausgerissen werden und wieder aktiv am Leben teilnehmen können (Teilhabe am Arbeitsleben - welches Leben für welchen Menschen das Beste ist, das sollte jeder für sich selbst entscheiden dürfen, verdammt noch mal!).
Und wenn wir mal schon aus eigenem Antrieb – ich betone: aus eigenem – eine Freundin anrufen wollen, dann sollte uns das kein noch so hochqualifiziertes Fachpersonal verbieten dürfen. Wenn wir dann in einem der surrealen Vorträge hören, wie wichtig es doch sei, soziale Bande zu knüpfen (oder aufrechtzuerhalten), um nicht in Isolation zu enden, dann stellt sich doch die Frage, warum wir zehn Tage lang in Quarantäne gesteckt werden müssen? Sind wir ansteckend? Müssen wir geläutert werden? Nein danke, diese Krankheit ist Läuterung genug für zehn Menschenleben!

Und dann immer dieses Reden, immer nur Reden. Mann, mir wird schon ganz schlecht von diesem ganzen Reden. Als ob das was helfen würde! Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Tiefenpsychologie: Reden, immer nur Reden. Entschuldigung, aber eine Arthrose oder ein Magengeschwür kann man auch nicht mit einer kleinen intimen Gesprächsrunde (womöglich auch noch über die Kindheit) therapieren. Oder haben Sie etwa Bock auf Reden, wenn Sie gerade einen Migräneschub haben? Sehen Sie.
Schluss mit diesem ganzen Seelen-Striptease. Vertrauen Sie nicht darauf, sich fremden Menschen anvertrauen, denn die können Ihnen nicht helfen, geschweige denn wollen sie es. Kein Mensch muss sich verbal auskotzen, wenn er Hepatitis C hat. Kein Mensch. Warum also immer wir Betroffenen? Herrje, wenn ich das schon wieder höre! Betroffen! Ich bin nicht betroffen. Ich bin krank! Ich bin betroffen, dass so ein hirnloser machtgieriger Jäger, den sie hoffentlich dafür lynchen werden, den armen Bruno damals einfach so niedergeschossen hat. Ja, ich bin sogar sehr betroffen darüber, dass dieser nette Bär einfach so ermordet wurde. Das hat mich betroffen gemacht im Sinne von ›berührt‹.
Nun ist das ja an sich schon traurig genug, den ersten Bären, der nach 170 Jahren erstmals wieder in unserem schönen Bayernland auftaucht, glatt nieder zu meucheln, aber eine so schwierige Grundpersönlichkeit wie ich nimmt das schnell einmal sehr persönlich. Ich bin betroffen. Also im Sinne von betrübt. Ja, diese grauenhafte Ignoranz von uns Menschen hat mich wirklich sehr deprimiert. Ich bin deprimiert. Aber deswegen bin ich noch lange nicht depressiv (im Sinne von krank).

Zurück zum Reden: wenn Sie gerade einen kleinen Schlaganfall hatten, hilft es da, zu reden? Wenn Sie gerade eine kleine akute Dekompensation hatten, hilft es da, zu reden? Also mir hilft da Reden nichts. Rein gar nichts. Man kann eine Krankheit nicht wegreden.

Arzt: "Bei mir entsteht unweigerlich der Eindruck, dass Sie sich gar nicht helfen lassen wollen!" Ich: "Wissen Sie was? Bei mir entsteht unweigerlich der Eindruck, dass Sie auch nicht das geringste Interesse daran haben, mir zu helfen, sonst würden Sie mich wohl nicht so anfahren! Ihnen ist es doch sch…egal, wie ich mich fühle!"

Achtung! Wenn Ihnen dieser Artikel während eines unliebsamen stationären Aufenthaltes in die Hände gefallen sein sollte, und Sie den größten Teil Ihres Aufenthaltes noch vor sich haben: Nehmen Sie den Mund nicht ganz so voll – es sei denn, Sie wollen Ihre leidliche Stationierung unvermittelt abkürzen und auf direktem Wege wieder nach Hause geschickt werden. Ich habe Sie gewarnt. Aber natürlich gilt nichtsdestotrotz: niemand darf auf Ihnen herumhacken oder Sie herumschikanieren (auch nicht unter dem Decknamen BT (dazu später mehr).

Na gut, vielleicht liegt es an mir. Vielleicht bin ich eine schwierige Grundpersönlichkeit. Und wenn schon! Aber ein Mindestmaß an Respekt sollte einem schon entgegengebracht werden. Nicht so in einer psychiatrischen Anstalt.

Wissen Sie, da musste ich wöchentlich antreten, um einen rechenschaftlichen Statusbericht über meine Krankheit abzuliefern. Die Tatsache, dass sich das Ganze vor einem siebenköpfigen Tribunal abspielt, ist ja an sich schon so Furcht einflößend, dass man unter Umständen eine Panikattacke erleidet – und das ist ja nun nicht gerade genesungsfördernd!

Wenn jemand Gastritis hat, Rheuma oder Arteriosklerose, muss er dann andauernd über seine Krankheit Rechenschaft ablegen? Muss er ständig drüber reden? Muss er ständig über mögliche Auslöser diskutieren? Muss er in Kindheitstraumata herumstochern? Nein. Muss er nicht. Nein, so jemand wird in Ruhe gelassen. Aber wir nicht. Was ist an uns so anders? Ich möchte Ihnen einfach nochmals in Erinnerung rufen, dass unsere Krankheit vom zentralen Nervensystem aus gesteuert wird (was ein Nervenarzt tausendmal besser wissen sollte als ich). Es liegt also an unserem Gehirn – und nicht an unserer Kindheit.

Mit vorwurfsvollem Ton in der Stimme und bösem Funkeln in den Augen musste ich mich also beim wöchentlichen Appell vor dem Tribunal anschnauzen lassen: "Geht's Ihnen immer noch besser?!?!" Patientin: "Entschuldigung, habe ich etwas verbrochen?" Arzt: "Nein, nicht, dass wir wüssten." Patientin: "Warum behandeln Sie mich dann wie einen Schwerverbrecher??? Wenn ich mich recht erinnere, dann stand auf dem Türschild nichts von einem Strafvollzug." Dass dieses Arztgespräch keinen erfreulichen Ausgang gefunden hat, lag einfach daran, dass man mit Vorwürfen allein absolut nicht weiterkommt. Und schon gar nicht bei einer so schwierigen Grundpersönlichkeit wie mir!

Also, liebes Klinikpersonal, auch hier gilt: Depression ist eine Krankheit und nicht ein Geisteszustand, für den man eingesperrt werden muss! Geschweige denn muss man einen Patienten mit Tranquilizern vollpumpen, so dass unfähig ist, sich gegen diese haltlosen und unverschämten Anschuldigungen zur Wehr setzen zu können. Und so eine Medikamentenabhängigkeit führt mit garantierter Sicherheit nicht dazu, wieder am normalen Leben teilzuhaben…
Bitte, wenn da Simulanten sitzen, die lieber in eine psychiatrischen Anstalt gehen als in die Arbeit, dann ist das nicht mein Problem. Also, Herrschaften, bevor Sie also das nächste Mal wieder jemanden so anschnauzen, als wäre er ein wegen Mordes zu lebenslanger Strafarbeit – pardon – zu lebenslanger BT* Verurteilter, dann beherzigen Sie bitte meine Worte.

*gängige Abkürzung für Beschäftigungstherapie (nein, Körbchenflechten hilft mir nicht dabei, mich besser zu fühlen, geschweige denn ist diese sinnlose Zeitverschwendung eine solide Grundlage für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben)

Sie, lieber Mitpatient, sind ein wertvoller Mensch, auch wenn Sie krank sind. Bitte seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie keinerlei Schuld an Ihrer Erkrankung tragen. Und vergegenwärtigen Sie sich, dass Sie schließlich freiwillig in eine Klinik gegangen sind, um Hilfe zu erhalten, und nicht, damit man Ihnen Ihre eigene Unzulänglichkeit vor Augen führt. Hilfe zu erbitten bedeutet nicht gleichzeitig, auch respektlos behandelt werden zu dürfen. Erbitten Sie sich also auch Respekt. Ein respektvoller und verständnisvoller Umgang mit einem Patienten ist das Mindeste, was Sie erwarten können.

Nicht, was andere über Sie sagen, ist entscheidend. Nicht, was andere über Sie denken, ist entscheidend. Nicht, wie andere über Sie urteilen, ist entscheidend. Entscheidend ist einzig und allein, dass Sie zu sich selbst stehen. Nur das ist wichtig. Hören Sie immer nur auf sich selbst, auf Ihren Bauch, auf Ihre Intuition. Sie wird wissen, was richtig und gut für Sie ist und was nicht. Und nur das allein zählt.

Und bitte vergessen Sie eines nicht: Sie dürfen immer und ausnahmslos zu Ihrer Krankheit stehen und Sie brauchen Ihre Krankheit nicht länger zu verstecken, nur, weil sie von der Gesellschaft noch immer tabuisiert wird. Sie sind wie ich und ca. vier Millionen andere Menschen auf diesem Planeten stigmatized. Im Gegenteil: bekennen Sie sich zu dem Stigma 'Depression' und zeigen Sie damit allen Menschen, dass die Zeiten, in denen man sich für eine psychische Krankheit zu schämen brauchte, nun endgültig vorbei sind. Sie haben es geschafft, zu Ihrer Krankheit zu stehen. Sie haben es geschafft, zu sich selbst zu stehen. Und darauf können Sie stolz sein! Sie selbst sind doch das Wichtigste in Ihrem Leben. Und das ist alles, was zählt.




Hinweis ans Klinikpersonal: bevor Sie auch nur einen Gedanken daran verschwenden, mich wegen übler Nachrede zu verklagen zu wollen – denken Sie bitte erst einmal mit der notwendigen Objektivität darüber nach, ob mein Entlassungsbericht tatsächlich auch nur vage etwas mit meiner Realität zu tun hat…

3 Kommentare

Kommentar von nini12  am 11.08.2011
Ich würde gerne zum Erfahrungsaustausch Kontakt aufnehmen.

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Kommentar von nini12  am 11.08.2011
Ich würde gerne zum Erfahrungsaustausch Kontakt aufnehmen.
Kommentar von DomiH  am 20.10.2011
Die Wahrheit über die Psychiatrie, www.zwangspsychiatrie.de
Mich wundert es aber ziemlich, wieso man beim Meckern vor die Tür gesetzt wurde, das gefällt mir, schließlich wird man nicht richterlich eingebuchtet wie das im Normalfall so ist.
Aber als Tipp für die Zukunft, meiden sie sämtliche Psychiatrische Einrichtungen und Unterschreiben sie eine Patientenverfuegung gegen Psychiatrischen Zwang www.patverfue.de

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