Retraumatisierender Aufenthalt
- Pro:
- Einzelzimmer
- Kontra:
- Ich habe keine traumasensible Therapie erfahren
- Krankheitsbild:
- kPTBS
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Von Beginn an war die Atmosphäre sehr von Macht und Kontrolle geprägt. Ich erlebte meine Therapeuten und Ärzt:innen häufig als distanziert, hart und autoritär. Speziell wenn ich mich ausgeliefert oder hilflos fühlte, schaltete ich automatisch eine „hochfunktionale Fassade“ ein, um mich zu schützen – ein typisches Überlebensmuster bei kPTBS. Leider wurde dieses Verhalten in der Klinik immer wieder als „widerständig“ gedeutet, statt als angstbesetzte Abwehr ernst genommen zu werden.
Die Behandlung wurde im Laufe der Zeit zunehmend härter: Mehr Kontrolle, weniger Empathie, weniger individuelle Rücksicht. Anstatt meine Ängste zu begleiten, fühlte ich mich oft moralisch verurteilt. Je stärker dieser Eindruck wurde, desto verlorener und suizidaler fühlte ich mich. Letztlich wurde ich in einem sehr fragilen Zustand entlassen, ohne dass eine tragfähige Nachsorge klar geregelt war.
Der Aufenthalt war für mich massiv retraumatisierend. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, erneut in diese Klinik zu gehen, weil ich dort das Gefühl hatte, mit Macht und Härte „gebrochen“ zu werden, statt sicher und begleitet zu sein.
Wer eine haltgebene, traumasensible und empathische Behandlung sucht, sollte sich meiner Erfahrung nach sehr genau informieren, ob dieses Haus tatsächlich auf komplexe Traumafolgestörungen (kPTBS) und auf sensible Macht-Dynamiken eingerichtet ist. Für mich war der Aufenthalt schädlich und nicht hilfreich.


1 Kommentar
Hallo liebe Inge,
ich habe deinen Bericht gelesen von deiner Mama. Ich hoffe es geht ihr einigermaßen gut. Ich war zur Frühreha bei denen. Schrecklich wie Du schon schriebst. War auch so ein "Lückenfüller".
Magst Du Dich vielleicht mal per PN melden?
Liebe Grüsse
Daniela