schwierige Rahmenbedingungen
- Pro:
- Gesundes Essen, Heusäckchen
- Kontra:
- Zu wenig Therapien, Konzeption
- Krankheitsbild:
- Belastungsstörung
- Privatpatient:
- ja
- Erfahrungsbericht:
-
Ich bin Anfang August 2026 in die Klinik gekommen, um dort intensiv an persönlichen Themen zu arbeiten. Entsprechend hatte ich erwartet, regelmäßig therapeutische Angebote wahrnehmen zu können.
Leider war für mich an vier aufeinanderfolgenden Tagen kein einziger therapeutischer Termin (z. B. Gruppen- oder Kunsttherapie)geplant. Auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass man es in der ersten Woche bewusst etwas langsamer angehen lasse. Gespräche mit Patienten, die bereits länger dort waren, sowie Einblicke in deren Therapiepläne vermittelten mir jedoch den Eindruck, dass auch im weiteren Verlauf mehrere therapiefreie Tage hintereinander vorkommen können.
Auch zwei vorgesehene Gruppentermine pro Woche waren aus meiner Sicht zu wenig. Gerade Gruppentherapie braucht Kontinuität und Zeit, damit Vertrauen und eine tragfähige Gruppendynamik entstehen können.
Einige organisatorische Rahmenbedingungen fand ich ebenfalls schwierig. Dazu gehörten das für mich wenig nachvollziehbare System zur Einbuchung von Therapiewünschen sowie widersprüchliche Aussagen zu Aktivitäten außerhalb des Klinikgeländes: Einerseits wurde ausdrücklich auf den fehlenden Versicherungsschutz über das Krankenhaus hingewiesen, andererseits wurden Aktivitäten außerhalb der Klinik begrüßt.
Mein Zimmer war zudem sehr laut, was aufgrund der vielen therapiefreien Stunden besonders ins Gewicht fiel. Ein Zimmerwechsel war nicht möglich. Auch die Organisation der Mahlzeiten fand ich ungünstig: Die Sitzplätze waren festgelegt, die Essenszeiten gleichzeitig so flexibel, dass man teilweise allein am Tisch saß.
Positiv hervorheben möchte ich ausdrücklich die Mitarbeiter. Ich habe sie als kompetent und engagiert erlebt. Meine Kritik richtet sich daher nicht pauschal gegen die dort arbeitenden Menschen. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass gute therapeutische Arbeit durch die organisatorischen Rahmenbedingungen erschwert wird.
Nach vier Tagen entschied ich mich, den Aufenthalt vorzeitig zu beenden. Ausschlaggebend waren dabei nicht nur meine ersten Tage. Durch Gespräche mit Mitpatienten und Mitarbeitern sowie durch Einblicke in die Therapiepläne anderer Patienten entstand bei mir der Eindruck, dass sich insbesondere die geringe Zahl therapeutischer Termine im weiteren Verlauf nicht wesentlich verändern würde.
Auf Grundlage meiner persönlichen Erfahrung kann ich die Klinik derzeit leider nicht weiterempfehlen


1 Kommentar
Guten Abend Karina1492,
ihre Darstellung ist in dieser Pauschalität weder sachlich noch fachlich überzeugend. Persönliche Unzufriedenheit mit dem Essen begründet keine objektive „Unzumutbarkeit“. Ebenso verkennt die Formulierung, eine Traumafolgestörung solle „weggetrommelt“ werden, bewusst oder unbewusst die ergänzende Funktion körper- und kreativtherapeutischer Verfahren.
Die Behauptung, tiefenpsychologische Ansätze seien bei komplexer PTBS grundsätzlich fehl am Platz, ist fachlich unzutreffend. Auch die Gabe homöopathischer Mittel ist nur dann kritisch zu bewerten, wenn diese eine notwendige evidenzbasierte Behandlung ersetzt hätte.
Insgesamt entsteht der Eindruck einer stark zugespitzten, entwertenden Darstellung, die weder das multimodale Behandlungskonzept noch die eigene Verantwortung berücksichtigt, Bedenken während des Aufenthalts anzusprechen und an tragfähigen Lösungen mitzuwirken.
Haben Sie sich einmal die Frage gestellt, was Sie konkret an zu Ihrem Wohlbefinden beigetragen haben, ohne andere dafür verantwortlich zu machen?
Beste Grüße und ein schönes Wochenende.