Traumatisierende Einzeltherapie
- Pro:
- Fachtherapien und Pflegeteam
- Kontra:
- psychotherapeutische Behandlung
- Krankheitsbild:
- Depression
- Privatpatient:
- ja
- Erfahrungsbericht:
-
Die Lage der Klinik ist sehr gut. Man ist schnell im netten Städtchen Bad Säckingen am Rhein und auch schnell in der Natur.
Die Räumilchkeiten sind hell und angenehm gestaltet. In meinem Einzelzimmer habe ich mich sehr wohl gefühlt.
Das Essen war lecker und vielfältig
Das Personal ist durchweg äußerst freundlich.
Das Pflegeteam war für mich immer eine wichtige Unterstützung. Dort findet man stets ein offenes Ohr und wohltuende Aufmunterung.
Hervorzuheben sind die umfangreichen und guten Fachtherapien. Leider mussten viele Patienten teilweise einige Wochen warten bis sie diese erhalten haben, auch auf Gruppentherapie. Auch wenn von vorne rein bekannt war, dass nur ein kurzen Aufenthalt von 6 bis 8 Wochen möglich war, wurde darauf oft keine Rücksicht genommen.
Die psychatrische Behandlung wurden von vielen Patienten häufig als unangenehm empfunden. Es geht fast ausschließlich um Medikamente, über die man kaum ausgeklärt wurde, Fragen und Bedenken sind nicht erwünscht. Der Arzt ist manchmal unfreundlich und behandelt einen von oben herab.
Die einzeltherapeutische Behandlung war für mich retraumatisierend, wodurch ich eine Traumafolgestörung entwickelt habe. Auf die Symptome wurde nicht eingegangen, weshalb ich hinterher auf Grund dessen meinem Beruf verloren habe. Die Therapiesitzungen haben mich sehr oft destabilisiert, was zu einem langen Aufenthalt geführt hat. Mein Therapeut nahm mich in meiner Not nicht ernst genommen, hat mir Dinge unterstellt, Vorwürfe gemacht und sich oft in der Wortwahl und Ton vergriffen. Ich empfand ihn als extrem übermächtig und unempathisch. Er hat bestimmt, wo meine Probleme liegen. Leider ist er nicht selbstkritisch und war dadurch nicht bereit, seine Meinung zu hinterfragen.
So ein Therapeut sollte nicht mit schwerkrankten Patienten in einer Klinik arbeiten dürfen. Vor ein paar Jahren schon haben einzelne Patientinnen ähnliche Erfahrungen mit ihm gemacht.


3 Kommentare
Ich selbst bin mit Traumavorgrschichte auf Rat meiner Psychologin an die Klinik (Schlafstörungen und Panikattacken)
Nach meiner Entlassung bin ich mit Mitte 30 nun schwerbehindert und habe daher Job, Haus und soziales Umfeld verloren - was schwerer wiegt, ist jedoch der aktuelle Gesundheitszustand, der es erschwert, mich selbst um unzählige Anträge zu kümmern (Pflegeeinstufung, Rollstuhl, Versicherungen, Wohnungssuche, Arztsuche). Die Sigma hat mich hierbei nicht unterstützt und ohne Hilfe dauert es Monate.
Leider ist es mit schweren psychosomatischen Folgen auch erschwert, Hilfe zu finden.
Um als geistig zurechnungsfähig erachtet zu werden ist es einfacher, wenn man weniger augenscheinlich erkrankt ist.