nachhaltige psychische Verschlechterung durch Einzeltherapeut
- Pro:
- Fachtherapien, Pflegeteam, Ausstattung, Lage, Essen
- Kontra:
- mein Einzel-Psychotherapeut, teilweise Klinikleitung (manchmal unfreundlich und vorwurfsvoll)
- Krankheitsbild:
- Depression
- Privatpatient:
- ja
- Erfahrungsbericht:
-
Die Klinik hat viele positive Aspekte. Die Lage am Rhein und Bad Säckingen ist ausgesprochen schön. Das Klinikgebäude ist hell, großzügig und angenehm gestaltet.Die Einzelzimmer bieten einen guten Rückzugsort. Das Essen ist außergewöhnlich gut und auch über viele Wochen wiederholt sich selten etwas.
Besonders unterstützend ist die Pflege, die immer da ist, einen aufmuntert und bei Krisen unterstützt. Für mich war das Pflegeteam 2 absolut wichtig. Sie haben mir versucht Sicherheit zu vermitteln, die ich sonst nicht hatte. Besonders Frau Weiß hat mich in den schlimmsten Momenten aufgefangen,wofür ich ihr heute noch unglaublich dankbar bin.
Das Therapieangebot ist sehr vielseitig und gut. Ich hatte viele gute und hilfreiche Therapien mit guten Therapeuten. Am wichtigsten für mich war Frau Schindelin (singen und tanzen), die für mich die wichtigste therapeutische Unterstützung war.
Aus diesen Gründen würde ich die Klinik auf jeden Fall weiterempfehlen.
Auch über die meisten Psychotherapeuten habe ich viel positives gehört.
Leider hat mir mein Einzeltherapeut nachhaltig sehr geschadet und mich retraumatisiert. Dies habe ich leider erst viele Wochen nach der Klinik realisiert. Durch die Folgen seiner Therapie habe ich mein Beruf verloren. Über ein Jahr danach habe ich immer noch mit Erinnerungen und den Folgen zu kämpfen, so dass ich deshalb nun wieder in eine Klinik gehe, um diese zu verarbeiten.
Ich war damals in so einem schlechten Zustand, dass ich es nicht erkannt habe und mich somit nicht wehren konnte. Ich habe ihn als übermächtig erlebt. Immer wieder hat er sich in der Wortwahl und im Ton vergriffen, mir Dinge unterstellt und Vorwürfe gemacht. oft habe ich mich gedemütigt gefühlt und nicht ernst genommen.
Vermutlich war er mit mir überfordert. Da er nicht fähig war sich zureflektieren, hat er dies wohl auf mich projiziert. Ich habe auch ein paar gute Stunden bei ihm erlebt, bei denen er freundlich und hilfreich war.
Es ist für mich nicht verständlich, dass so jemand über so viele Jahre in einer Klinik mit Schwerkranken arbeiten darf. Ich hab von einigen anderen gehört, die ähnliches bei ihm erlebt habe. Nur hat es ihnen zum Glück nicht so geschadet hat.
Deshalb kann ich nur raten, wachsam zu sein, dem eigen Gefühl vertrauen und sich gegebenenfalls zu wehren.


3 Kommentare
Ich selbst bin mit Traumavorgrschichte auf Rat meiner Psychologin an die Klinik (Schlafstörungen und Panikattacken)
Nach meiner Entlassung bin ich mit Mitte 30 nun schwerbehindert und habe daher Job, Haus und soziales Umfeld verloren - was schwerer wiegt, ist jedoch der aktuelle Gesundheitszustand, der es erschwert, mich selbst um unzählige Anträge zu kümmern (Pflegeeinstufung, Rollstuhl, Versicherungen, Wohnungssuche, Arztsuche). Die Sigma hat mich hierbei nicht unterstützt und ohne Hilfe dauert es Monate.
Leider ist es mit schweren psychosomatischen Folgen auch erschwert, Hilfe zu finden.
Um als geistig zurechnungsfähig erachtet zu werden ist es einfacher, wenn man weniger augenscheinlich erkrankt ist.