Ich war 7 Wochen in dieser Reha-Einrichtung und möchte eine ehrliche, kritische Bewertung abgeben, damit andere sich ein realistisches Bild machen können.
- Pro:
- Einzeltherapie, Freizeitgestaltung in der Einrichtung
- Kontra:
- Essen, Zimmer, Therapieplanung, Mangel an Fachwissen
- Krankheitsbild:
- Depressionen, ADHS, Essstörung, SV-Verhalten
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Positiv:
Die meisten Therapeuten sind bemüht und kümmern sich (vor allem in der Einzeltherapie). Die medizinische Versorgung, die Sozialberatung, die Freizeitangebote sowie die Zimmerpflege durch die Haushaltskräfte sind ebenfalls positiv hervorzuheben. Sportangebot ist super und auch in der Freizeit zugänglich.
Negativ – Ernährung:
Essensauswahl und Qualität sind grauenhaft. Viele Patienten berichten über Verdauungsprobleme, Magenschmerzen oder Übelkeit. Für Vegetarier wird nichts zurückgelegt oder nachgefüllt – wer zu spät kommt, hat Pech. Vegane Ernährung kann man komplett vergessen. Das Frühstücks- und Abendbuffet ist immer gleich, mit geringer Auswahl, mickriger Salatbar und teils nicht genießbaren Speisen. Samstags gibt es fast ausschließlich Suppen/Eintöpfe, weder füllend noch ansprechend. Viele sind gezwungen, sich extern Essen zu kaufen – bei 3–9 Wochen geht das ins Geld.
(Psycho)Therapie:
Vor allem junge Menschen mit stärkeren psychischen Erkrankungen (ADHS, Autismus, SV-Verhalten, Angststörungen etc.) sind hier fehl am Platz. Depression wird oberflächlich behandelt, andere Diagnosen kaum. 45 Minuten Einzeltherapie pro Woche plus 1–2 Gruppensitzungen sind das einzige Zeitfenster für persönliche Themen. Ein Therapeutenwechsel ist nicht möglich. Viele berichten über Unverständnis, fehlende Empathie oder herabschauende Gesprächsdynamik.
Gruppentherapie ist mangelhaft umgesetzt: sehr unterschiedliche Krankheitsbilder werden zusammengewürfelt, oft wird über Nebensächlichkeiten gesprochen, während ernsthafte Themen keinen Raum bekommen.
Ich wünschte mir mehr kreative Angebote – bekam aber ca. 80% Sport und 20% kreative Arbeit. Kunstraum/Ergotherapie sind schlecht ausgestattet, vieles fehlt oder „ist nicht machbar“.
Sonstiges:
WLAN kostet 33 € für 3 Wochen, Verbindung auf Zimmern teils schlecht. Heißes Wasser/Tee wird abends oft weggeräumt. Kaffee extrem stark.
Ich bin 27 (Diagnosen: chronische Depression, AD(H)S, Essstörung, SV-Verhalten). Bis auf die Essstörung hat sich mein Zustand eher verschlechtert. Informiert euch gründlich – die erhoffte Genesung ist hier nicht garantiert.


1 Kommentar
Sehr geehrte Frau JaciHerzblatt,
herzlichen Dank für Ihre wertschätzenden Worte und Ihr Vertrauen. Es freut uns sehr, dass Sie sich in unserer Klinik verstanden, gut aufgehoben und respektiert fühlten.
Besonders schön ist zu hören, dass der Austausch in der Gruppe für Sie stärkend wirkte und Sie darin wertvolle Impulse für Ihren Weg finden. Dass Sie mit Freude zum Sport zurückgefunden haben und Teamgeist sowie Leichtigkeit erleben, entspricht genau unserem ganzheitlichen Anspruch.
Vielen Dank für Ihre klare Empfehlung. Es ist uns eine große Motivation, diesen Weg weiterhin mit Achtsamkeit und Professionalität zu begleiten.
Wir freuen uns darauf, Sie bei Gelegenheit wieder bei uns begrüßen zu dürfen.
Mit herzlichen Grüßen
Alexander Heinz
Kaufmännischer Leiter
MEDIAN Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim