Station 34K Retraumatisiert statt Stabilisiert
- Pro:
- Kontra:
- -Mangelde Kommunikation, Mangelnde Sensibilität, Kostendruck
- Krankheitsbild:
- PTBS
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Ich wurde in akuter psychischer Krise stationär aufgenommen. Während meines Aufenthalts verstarb ein Mitpatient plötzlich in dem Zimmer, in dem ich untergebracht war. Dieses Erlebnis war für mich hochtraumatisch und hat mich massiv destabilisiert.
Was mich bis heute belastet, ist der Umgang danach. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das Ereignis angemessen traumasensibel aufgearbeitet wurde. Statt Stabilisierung wurde mir mehrfach vermittelt, ich solle „darüber hinwegkommen“ oder mich „zusammenreißen“. Das Wochenende verbrachte ich weitgehend allein im Clubraum, obwohl ich stark belastet war und kaum schlafen konnte.
Ich hatte wiederholt den Eindruck, dass wichtige Informationen im Team nicht weitergegeben wurden. Mir wurden dieselben belastenden Fragen gestellt, obwohl ich erklärt hatte, dass bestimmte Themen aufgrund meiner Trauma-Vorgeschichte starke Trigger auslösen. Wenn ich darauf hinwies, wurde mir teils mangelnde Mitwirkung vorgeworfen.
Trotz bekannter Fußverletzung wurde ich zu Aktivitäten wie Nordic Walking aufgefordert, obwohl ich auf Schmerzen hingewiesen hatte. Auch hier fühlte ich mich nicht ausreichend berücksichtigt.
Besonders belastend war, dass ich trotz klar geäußerter Bedenken wegen meiner Missbrauchsvorgeschichte ein Gespräch mit einem männlichen Oberarzt führen sollte. Mir wurde vermittelt, dass eine weitere Behandlung schwierig sei, wenn ich dies ablehne. In meiner psychischen Ausnahmesituation erlebte ich das als erheblichen Druck.
Zusätzlich wurde wiederholt auf Kosten und Abrechnung hingewiesen, was mich weiter verunsicherte.
Ich habe mehrfach schriftlich – teils per Einschreiben – um Klärung gebeten. Über Monate erhielt ich nur Empfangsbestätigungen, jedoch keine inhaltliche Stellungnahme.
Trotz mehrfach geäußerter Angst vor einer Entlassung und klarer Hinweise, dass ich mich nicht stabil fühlte, wurde ich zwölf Tage nach dem Todesfall entlassen. Auch im Abschlussbogen habe ich meine Angst deutlich festgehalten.


1 Kommentar
Die Notaufnahme ist auch nicht dafür gedacht, um dort schneller zu einem MRT Termin zu kommen. Wenn das MRT dringend ist, wenden sie sich an die KV zur Terminvereinbarung und nicht an die Notaufnahme.