Unser Sohn war mit schwerer Form der Neurodermitis alleinreisend (13 J) auf Amrum. Für Neurodermitis ist die Klinik nach unseren Erfahrungen nicht ideal geeignet. Die Fachklinik verfügt weder über fachärztliche Kapazitäten (unser Sohn wurde keinem Dermatologen vorgestellt), noch über spezielle Therapieansätze, oder –Konzepte, wie man es von anderen Kliniken kennt. Wir erhofften uns durch Salben, Umschläge, Bäder und viele Bewegung im Reizklima eine Linderung der Beschwerden für unser Kind. Leider sind wir enttäuscht wurden. Ärztliche Visite einmal pro Woche, das ist für eine Beurteilung der erforderlichen Behandlung einer Neurodermitis völlig unzureichend. Die mitgebrachten Salben wendet das Kind dort wo er alleine herangekommen ist ohne Hilfe, inklusive hochkonzentrierter Cortisonsalbe, alleine an! Ein Anruf beim Arzt stoppte das. Nach dieser Eingewöhnungszeit passierte nichts weiter, die Salben wurden hochfettend unter der Kleidung vom Kind aufgetragen. Keine Einwirkung unter Tüchern etc. Ein Linola Öl-Bad, eine Schulung, einmal Sport pro Woche. Ansonsten alleinige Beschäftigung auf der Station. Befunde wurden ausschließlich den mitgebrachten entnommen, eine neue Diagnostik erfolgte nicht, da unsere aktuell waren, ok. Die Behandlung unseres Sohnes hätte eine Spezialklinik erfordert, wo die Pflege tagtäglich intensiv betrieben wird. Ich kenne es aus einer anderen Klinik ganz anders. Die ganze Behandlung schien uns mehr als planlos, Absprachen mit den Pflegekräften der Station waren sehr oft lückenhaft, diese wechselten auch ständig. Wir haben nach 14 Tagen vor Ort alle Kritikpunkte angesprochen, nun kamen Verbände und Meerwasserbäder hinzu. Größter Kritikpunkt: Außenaktivitäten: Die Insel bietet unzählige Möglichkeiten, leider beschränkten sich diese in vier Wochen auf vier Ausflüge zum Edeka-Markt, eine Bootsfahrt und drei einstündige Wanderungen. Kein Ausflug nach Norddorf, ins Kino, eine Wattwanderung, Radtour, Fußballspiele etc.! Zeit wäre genug gewesen. Die Kids hatten Ferien, die Sonne schien und sie blieben in ihren Zimmern. Hier hätten wir uns auch seitens der Erzieher mehr Engagement gewünscht. Somit ist das Heilklima als wesentlicher Therapiebestandteil völlig ausgeschlossen wurden. Verpflegung: Ein Mittagsgericht, ohne Wahl, abends Brote. Zwischenmahlzeiten gab es nicht, für 13jährige! Büfetts für Eltern waren besser bestückt. Unser Fazit: Für allein reisende Kinder nicht die beste Option, da sie sich viel allein überlassen sind (gilt nicht für alle Stationen).Die Station bis 12 J. hat sehr viel mehr unternommen. In Elternbegleitung kann man das alleine organisieren, der Rehaerfolg wäre besser gewesen. Schwere Neurodermitisformen, außerhalb der Sommermonate sind in anderen Kliniken besser aufgehoben. Für uns viel Aufwand, Kosten und Schulausfall. Der Arzt und die Erzieher waren schon freundlich und bemüht, aber wahrscheinlich stehen sie unter Kostendruck, den Eindruck hatten wir immer wieder. Wir haben in Einverständnis des Arztes, der auch die Aussichtlosigkeit sah, nach 4 Wochen die Reha abgebrochen.
1 Kommentar
Hallo,
das, was Du bemängelst, gibt es auch in anderen Reha-Kliniken nicht. Ich war mit meinen Kindern schon in 3 anderen Reha-Kliniken. Spielmöglichkeiten für ältere Kinder gibt es nur auf den Jugendstationen,(also für Kinder ohne Begleitung) ansonsten muss man selber Spielsachen mitnehmen, oder sich Gesellschaftsspiele ausleihen, das geht in den meisten Kliniken. Sei froh, wenn es in der Satteldüne noch Bastelangebote für die Kinder und Sport für die Mütter gibt, in anderen Kliniken wurde das schon (fast)ganz abgeschafft, da die Rentenversicherung so etwas nicht mehr bezahlt! Die DRV sagt mittlerweile, Kinder mit Begleitung müssen von der Begleitperson pausenlos betreut werden, außer während der Schulungen von Begleitpersonen!Das Problem ist die Rentenversicherung und nicht die Klinik!