Nun ein paar Bemerkungen zum unnachahmlichen Flair der Weserbergland-Klinik, in der ich in diesem Jahr bereits zum 23. x zu Gast sein darf, oder waren es 24 x*g. Sie thront hoch über Höxter, und ein toller Fernblick über das Wesertal entschädigt dafür, dass sie ein wenig abgelegen liegt.
Der Stadtbus fährt aber stündlich vor der Klinik ab und ist mit einer Rampe ausgestattet. Einem Stadtbummel zu Fuß oder eine Spazierfahrt im Rollstuhl entlang der Weser steht also nichts im Wege. Im Sommer sind Schifffahrten auf der Weser sehr beliebt, das Schiff Stadt Höxter ist rollstuhlgerecht.
Die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet, auch Doppelzimmer werden nur als Einzelzimmer genutzt und sind deshalb sehr geräumig. Bei Bedarf sind sie mit Pflegebetten ausgestattet, notwendige Hilfsmittel, wie Umsetzhilfen, Toilettenerhöhungen u. a. werden zur Verfügung gestellt.
Das Pflegepersonal und die Therapeuten sind seit vielen Jahren ein Team und mit allen Bedürfnissen sowie therapeutischen Möglichkeiten der Patienten verschiedenster Krankheitsbilder vertraut...versuchen, möglich zu machen was möglich ist.
Es werden wöchentlich angeboten...Qi Gong, Spiele- und Kinoabende, Therapiezaubern, Basteln, Gottesdienste. Zusätzlich werden Künstler eingeladen, die mit ihren Darbietungen ein wenig Abwechslung in den Klinikalltag zu bringen. Leider werden diese Angebote von zu wenigen Patienten genutzt, Fernsehen scheint interessanter zu sein.
Bistro, Kiosk, Geldautomat (Volksbank), ein Frisör, gebührenpflichtiger PC, eine Spielecomputer, Tischtennis, Kicker, ein Handballfeld und eine liebevoll gestaltete Gartenanlage mit ausgewiesenen Rundwanderwegen stehen ebenfalls zur Verfügung.
Und doch, die Erfahrung hat mich gelehrt, dass man die Klinik liebt oder einen erneuten Aufenthalt nicht wieder in Erwägung zieht. Es kommt eben immer darauf an, aus welchem Blickwinkel man das Für und Wider betrachtet.
Es gibt bestimmt Häuser, die gemütlicher eingerichtet und zentraler gelegen sind, vielleicht auch ein aufregenderes Freizeitangebot bieten. Was aber die Möglichkeiten und die Anzahl der Therapien angeht und den damit verbundenen, nachhaltigen Erfolg der Rehabilitationsmaßnahme...ist die WBK nicht zu toppen.
1 Kommentar
Es ist meiner Meinung nach nicht nur der Blickwinkel, aus dem man seinen Aufenthalt in diesem Hause betrachtet. Es kommt für eine als gelungen betrachtete Rehabilitation auch auf die Abteilung an - und hier ganz besonders auf die einzelnen Mitarbeiter. Eindruckprägend ist auch, wie die behandelnden Ärzte vom Patienten wahrgenommen werden.
Wer den Dienst am Patienten ernst nimmt und sich voll einbringt, wird einen anderen Eindruck beim Patienten hinterlassen als ein Mitarbeiter, der mit den Zielen der Einrichtung nicht vertraut ist und den Job lediglich als Möglichkeit sieht, möglichst rasch und viel Geld zu verdienen. Kranke Menschen haben ein sehr feines Gespür, ob die Herzlichkeit des Doktors echt ist oder nur aufgesetztes Gehabe.
Es ist die Aufgabe der Leitung, dafür zu sorgen, dass
die "faulen Äpfel" rasch aus dem Korb verschwinden.Qualitätssicherung durch Fragebogen-Aktionen über Verbeserungen bzw. abzustellende Mängel können erheblich zum guten Image des Hauses beitragen.