Man bemühte sich, mich als Individuum kennenzulernen
- Pro:
- sowohl psychosozialer Behandlung als auch verschiedenen Formen der Körperarbeit
- Kontra:
- Zimmer auf der Ostseite der Station hat, wird von den Ventilatoren des Operationssaal-Komplexes belästigt
- Krankheitsbild:
- PTBS
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Eine umfassenden Beschreibung der Traumabehandlung verspricht der Website, mit sowohl psychosozialer Behandlung als auch verschiedenen Formen der Körperarbeit. Genau das habe ich in den letzten 11 Wochen erleben dürfen.
In 11 Wochen wurde ein Anfang gemacht, um die Folgen in meinem täglichen Leben effektiv in den Griff zu bekommen. Schmerzhaft, aber sinnvoll und wichtig!
Die Mitarbeiter verfügen über ausgezeichnete kommunikative und fachliche Qualitäten. Es fiel mir nicht schwer, eine effektive Arbeitsbeziehung zu ihnen aufzubauen. Man bemühte sich, mich als Individuum kennenzulernen und auf meine persönlichen Bedürfnisse einzugehen, sogar wenn dafür gelegentlich vom normalen Protokoll abgewichen werden musste. Das war positiven Einfluss auf meinen Prozess. Die Abteilung ist eine Insel innerhalb des MRI, was ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt. Als Patient ist man frei und wird in der Gruppen- und in der Einzeltherapie zur Selbstbestimmung angeleitet. Der Patienten-Aufenthaltsraum bietet die Möglichkeit, die Klinikmahlzeiten zu ergänzen. Das ist wichtig, da die Mahlzeiten einseitig und eintönig sind. Wenn man eine Diät hat, führt dies bestimmt zu Unterernährung, wenn man seine Ernährung nicht mit Rohkost und variierte Gemüsesorten ergänzen kann. Das Fleisch schmeckte meistens wie ein Stück Leder.
Leider sind fast alle Patientenzimmer 2- und 3-Bett-Zimmer. Es gibt keinen Raum, in dem man ungestört ein Telefongespräch führen kann. Wenn man eine emotional schwere Phase hat, ist es schwierig, seinen Zimmergenossen damit nicht zu belasten. Usw.
Wenn man ein Zimmer auf der Ostseite der Station hat, wird man von den Ventilatoren des Operationssaal-Komplexes belästigt. Mit offenem Fenster zu schlafen oder sogar tagsüber einer eigenen Aktivität nachzugehen, wird systematisch durch den Lärm und die Vibrationen der Geräte gestört.
Aber letztendlich kam ich wegen der Therapie, und rückblickend empfinde ich diese als eines der schönsten Geschenke, die ich je erhalten habe


1 Kommentar
Ich hätte zu diesem Zeitpunkt schon dringend Unterstützung gebraucht. Also vereinbarte ich einen Termin am Klinikum rechts der Isar und hatte einen Termin in der Klinik bei der ich die Psychologin bat, mir bei der diagnostischen Einordnung körperlicher sowie psychischer Symptome zu helfen. Auf einmal klingelte das Telefon. Die leitende Oberärztin war dran, woraufhin die Psychologin kurz in der Psychiatrie anrief, mir die Nummer gab, noch schnell alle Arztbriefe kopierte, mir mitteilte, ich kann mich dort melden und mich vor die Türe setze. Ich rief bei dieser Nummer an, wo mir völlig fassungslos gesagt wurde, dass niemand verstehen würde wieso dieser Anruf überhaupt stattgefunden hätte. Per Mail und Telefon wurde ich ab jetzt ignoriert. Ich bin bis heute wegen Therapieschäden in Behandlung. Auf Nachfrage, eines Arztbriefes wurde mir mitgeteilt, dass es keinen gäbe, obwohl so auf der Homepage beschrieben. Letztendlich klagte ich diesen per Anwalt Schreiben ein. In dem Arztbrief war dann beschrieben, dass man nicht wüsste weshalb ich da gewesen wäre.
Für mich war alles was ich im therapeutischen Rahmen mit diesen beiden Kliniken erlebt habe ein Trauma und mir fehlt jedes Verständnis dafür, wie man mit kranken, verzweifelten, hilfesuchenden Menschen so umgehen kann. Ich habe mich so dafür geschämt, weil ich irgendwann wirklich an meiner Wahrnehmung anfing zu zweifeln und mich falsch gefühlt habe. Für mich war das therapeutischer Missbrauch und ich finde es erschreckend, dass man einen Menschen lieber kaputt macht, diesen an seiner Wahrnehmung zweifeln lässt, als Verantwortung für die Situation und das eigenen Handeln zu übernehmen und damit institutionellen Missbrauch schützt und damit probagiert!
Zum Glück habe ich Hilfe gefunden und weiß, dass ich jedes Recht auf eine Aufklärung gehabt hätte und es noch Therapeuten und Ärzte gibt, die Ihren Beruf des Berufes wegen ausüben.