Veraltete und kaum wirkungsvolle Therapiemethoden
Diese Bewertung geht nicht in die Gesamtbewertung ein
- Pro:
- Kontra:
- Krankheitsbild:
- Depression
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Leider bestand die meisten Zeit aus Herumsitzen und warten.
Ich habe gesagt, dass ich mehr Therapie brauche, habe aber keine bekommen. Ich war mir weitgehendst selbst überlassen und saß draußen auf dem Klinikgelände oder auf der Station herum, so wie die anderen Patientinnen und Patienten die ich sah.
Die Therapien, die angeboten werden, sind eher Beschäftigungsprogramme wie Gymnastik, Kochen, Bilder malen, spazieren gehen oder Werken. Sie sind zur Ablenkung gut, aber man arbeitet nicht an seinen Problemen. Zumindest bei mir gab es während der zwei Monate nicht die Möglichkeit, durchzusprechen, was mit mir los ist.
Ich sagte dem Stationsarzt, dass es mir immer schlechter ginge, aber es wurde nur mit Eifer an den Medikamenten herumgestellt.
Ich wollte eigentlich gar keine Neuroleptika nehmen, wurde aber nach meinem Empfinden unter Druck gesetzt, dies zu tun. Es wurde durch das Pflegepersonal kontrolliert, ob ich sie schlucke (Einnahme unter Aufsicht).
Ich äußerte mehrmals Kritik und Änderungswünsche, diese wurden aber als Teil meiner "psychischen Krankheit" betrachtet und nicht ernstgenommen.
Ich habe mich zum Schluss auf eigenem Wunsch entlassen und bin zu einem niedergelassenen Therapeuten gegangen. Die stationäre Aufnahme hatte keinen Mehrwert gegenüber einer normalen ambulanten Psychotherapie. Ich werde mir jedenfalls keine Neuroleptika mehr bedenkenlos von Ärzten beziehungsweise Psychiatern verordnen lassen, weil dadurch psychische Probleme schlimmer werden können und ich mich den häufig auftretenen Risiken für Herz- und Kreislauf- erkrankungen oder anderen zusätzlichen Krankheiten, die durch diese Medikamenten auftreten können, nicht mehr aussetzen möchte
Ich war im Haus 48 auf einer offenen Station, also in dem großen weißem Gebäude, wo sich zwei offene und zwei oder drei geschlossene Stationen befinden.

