Mein Vater-94 Jahre alt-lag vor einiger Zeit auf der Station O3-Gefäßchirurgie ( Juni 2007) .Diagnose: Nekrose am Zeh, Gangrän, AVK.
Zeh wurde amputiert . In Anbetracht des hohen Alters war Zustand nach OP nicht gut, mein Vater war verwirrt ( wohl durch Narkose-Durchgangssyndrom). In diesem Zustand ließ man meinen Vater eine Einwilligung für eine erneute OP unterschreiben: Femoro-popliteale Rekonstruktion (Gefäßbypass). Ich war entsetzt, dass man einem Patient in diesem desolaten Zustand und dazu geistig verwirrt unterschreiben ließ, konnte jedoch nichts machen , da mein Vater bereits eingewilligt hatte ( dies juristisch anzufechten, wie mir mein Anwalt erklärte, könne Monate dauern, so ließen ich-wir es geschehen ).
Der Zustand meines Vaters nach der zweiten OP war miserabel, die Pflege ebenfalls. Mein Vater ist am ersten Tag nach OP aus Bett gefallen, nachdem eine junge Schwester uns aus dem Zimmer geschickt hatte, ebenfalls das Zimmer verließ und ihm im Hinausgehen hinterherrief:" Sie fallen mir aber nicht aus dem Bett !"-was dann aber geschah, da er ja so schwach war und das alles gar nicht abschätzen konnte. Medikamente (Antibiotika !) wurden auf seinen Nachttisch gelegt, abends lag noch die Medizin vom Morgen da. auf meine Nachfrage erhielt ich die Antwort: "Dann hat Ihr Vater vergessen, die Tabletten einzunehmen ". Essentabletts wurden auf seinen Nachttisch gestellt und genauso wieder abgeräumt, ohne auch nur mal den Deckel zu heben, um zu sehen, ob er gegessen hat. Tagelang hat mein Vater nichts getrunken ( Kommentar der Schwestern :"Ihr Vater trinkt genug !). Meine Familie und ich wechselten uns im 2-Stunden-Rhythmus ab mit Besuchen, weil wir Angst um unseren "Opa" hatten, ich markierte die Flaschen auf Nachttisch , die tatsächlich bei 30 Grad Zimmertemperatur unberührt dastanden. Der Urin meines Vaters war mittlerweile dunkelbraun ( da er einen Katheter hatte, konnte ich es beobachten) und mein Vater wurde auch zusehends immer schwächer und verwirrter). Wir gaben ihm zu trinken, aber aufgrund seines Zustandes nur tropfenweise. Als ich die Schwestern darauf aufmerksam machte, bekam ich die Antwort, der Urin sei so dunkel, da die Nieren nicht richtig funktionieren würden ( wie können sie das auch, wenn der Körper keine Flüssigkeit bekommt ?). Es war ein einziges Desaster, mein Vater wurde nicht ordnungsgemäß gelagert, der Lagerungsplan wurde sogar nachträglich verändert ( das ist Betrug ). Hätte es der Zustand meines Vaters erlaubt, hätte ich ihn in eine andere Klinik verlegen lassen. Durch die nicht sachgemäße Lagerung bekam mein Vater auch noch einen Dekubitus an der Ferse und wurde so in die Rehaklinik verlegt.
1 Kommentar
ich habe eben dort leider auch schlechte Erfahrungen gemacht.
Es scheint dort einen "Fehler im System" zu geben: 2 Gefäßchirurgen und einige Radiologen betreiben ein sogenanntes "Gefäßzentrum"...Nur eben gibt es dort keinen Facharzt für Gefäßmedizin, also keinen Angiologen !