Äußerlich professionell – medizinisch fahrlässig“
- Pro:
- Kontra:
- Krankheitsbild:
- Gebärmutterrekunstruktion Adenomyosis
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Im Oktober 2023 befand ich mich für eine geplante Gebärmutterrekonstruktionsoperation im Helios Klinikum Gotha. Für dieses Krankenhaus hatte ich mich bewusst entschieden, da es nach außen hin sehr professionell wirkte – leider hat sich dieser Eindruck als trügerischer Schein erwiesen.
Es handelte sich um eine große Operation mit Bauchschnitt. Direkt nach der OP hatte ich extreme Schmerzen, die jedoch nicht ausreichend ernst genommen wurden. Weder ein Katheter noch eine Drainage wurden gelegt, obwohl dies im Nachhinein offensichtlich notwendig gewesen wäre.
Trotz meines sehr schlechten Zustandes und der Tatsache, dass ich kaum laufen konnte, wurde ich bereits nach drei Tagen entlassen. Eine Schwester äußerte noch Bedenken und setzte sich beim Arzt dafür ein, ob diese Entlassung wirklich verantwortbar sei. Dennoch fand vor der Entlassung nicht einmal eine ärztliche Abschlussuntersuchung statt.
Wenige Stunden nach meiner Ankunft zu Hause platzte die Bauchdecke auf. Ich musste mit dem Rettungswagen in ein anderes Krankenhaus eingeliefert werden. Dort stellte man massive Wundflüssigkeit im Bauchraum fest, die durch eine Drainage hätte abgeleitet werden müssen.
Die Folgen waren dramatisch: Drei Monate lang hatte ich einen offenen Bauch mit erheblicher Wundheilungsstörung. Bis heute leide ich unter den Konsequenzen dieser Komplikationen. In Kürze steht sogar die Op eines Bauchdeckenbruchs an, der auf die damaligen Schäden zurückzuführen ist.
Diese Erfahrung war für mich körperlich wie seelisch extrem belastend. Ich habe mich in einer sehr vulnerablen Situation allein gelassen und nicht ausreichend medizinisch versorgt gefühlt. So eine Erfahrung wünsche ich niemandem.


1 Kommentar
Sehr geehrter rony3107- der Tod ihres Bruders infolge einer Operation an der Bauchspeicheldrüse in unserer Klinik hat mich seinerzeit sehr beschäftigt. Ihrem Kommentar muss ich dennoch entschieden widersprechen. Wir gehören seit nahezu 10 Jahren mit der höchsten Frequenz an Bauchspeicheldrüsenooerationen. Nahezu 500 Patienten wurden kn diesen Jahren in Gotha operiert. Bedauerlicherweise kann es bei solchen schweren Operationen immer wieder zu Komplikationen kommen , die in einzelnen Fällen auch zum Tode führen können. Dies ist unabhängig von der Größe des Tumors. In diesem Fall hat eine vorher nicht festzustellende Infiltration einer lebenswichtigen Vene vorgelegen, was erst während der op erkannt werden konnte und damit zur erheblichen Ausweitung des Eingriffs geführt hat und schließlich auch Ursache für den weiteren komplikativen Verlauf mit Tod geführt hat. Jeder einzelne Fall wird durch uns hinterfragt. Auch der Fall ihres Bruders, dessen Operation stattgefunden hat während ich Als der Hauptverantwortliche Pankreaschirurg selber Patient war und mehrere Wochen nicht im Hause war, wurde nach meiner Rückkehr mit den damals mich vertretenden Chirurgen besprochen und Konsequenzen daraus abgeleitet. Da wir als Klinik Transparent mit unseren Ergebnissen umgehen, lassen wir unsere Ergebnisse regelmäßig durch externe auditoren überprüfen. Erst letztes Jahr erfolgte dies für die pankrraschirurgie durch Auditoren von IQM , welche uns eine überdurchschnittlich hohe Expertise auf diesem Gebiet bescheinigt haben. Da wir alle Fälle aufarbeiten und dies auch extern überprüft wird kann ich Ihnen mitteilen, das unsere Sterberaze nach pankrrasoperationen der letzen 10 Jahre bei 4,1% liegt und im aktuellen Jahr bei 3,0%. Im Bundesdurchschnitt sterben nach wie vor 10 % nach solchen Operationen. Bitte verstehen sie mich nicht falsch, auch ich hätte den Tod ihres Bruders vermeiden wollen und wahrscheinlich auch gekonnt Und bin tief betroffen von diesem Fall. Ihrer vernichtenden Kritik , welche aus persönlicher Betroffenheit und Unkenntnis heraus erfolgt muss ich vehement entgegentreten und unser Haus und seine vielen fleißigen und kompetenten Mitarbeiter vor solchen Kommentaren schützen. Schade das nie jemand das Gespräch mit mir gesucht hat.