In der Charite Campus Benjamin Franklin habe ich nun mittlerweile 20 Tage verbracht und es folgen nun weitere 5 Tage aufgrund einer ICD Implantation.
Ich wurde 2008 aus einem Ortsansässigen KH in nach Berlin die Charite verlegt, da in diesem Klinikum weitaus mehr Kompetenz vorherscht, im Bezug auf meine Erkrankung.(Dilatative Kardiomyopathie) als erstes lag ich erstmal 2 Stunden allein mit akuter Herzschwäche in der Aufnahme, da sich plötzlich keiner mehr an mich erinnern konnte. Auf der Station angekommen wurde mir eine telemetrie angelegt um mich dauerhaft zu überwachen und das Aufstehen wurde mir erlaubt, obwohl ein stricktes Verbot herschte. Hier hatte sich erstmals die fehlende Kommunikation zwichen den einzelnen Ärzten gezeigt, was sich die nächsten 2 Wochen fast täglich erneut ereignete.
Der eine Arzt kommt, setzt Medikamante ab, dann kommt der nächste und fragt welcher Ideot das angeordnet hat. Hier weiss keiner über den anderen Bescheid. 80% der Oberärzte sind schlichtweg arrogant und selbsteingenommen. Ganz im Gegenteil zu den Stationsärzten, die die eigentliche Arbeit machen und hoffnungslos überfordert sind, doch im Endeffeckt immer 3 Minuten für ein persönliches Gespräch Zeit haben.
Wer hier behandelt werden möchte, sollte als erstes viel Geduld mitbringen. Allein beim Herzecho, EKG usw. kommen schnell Wartezeiten von 4 Stunden zusammen, genau so sieht es aus, wenn man bspw. nach einer OP irgendwo auf dem Gang abgestellt wird und auf einen "Fahrer" wartet. Für das ganze KH stehen lediglich 4 Fahrer zur Verfügung. Somit kann es schnell passieren, dass man 3 Stunden auf dem Gang steht nur um 30 Meter weiter aufs Zimmer geschoben zu werden!!! Also Geduld Freunde :-)
die Zimmer auf den kardiologischen Stationen sind meist 3 Bett Zimmer, die allerdings vieeeeel zu klein sind. die Toiletten befinden sich eine Tür weiter auf dem gang, was mich überhaupt nicht stört, ganz im Gegenteil!
Zu dem Üflegepersonal ist zu sagen, dass sie ich wirklich bemühen und stets freundlich und nett sind. Ein Pluspunkt.
Hier ist alles etwas lockerer und nicht so steif als in anderen KHs.
Als Privatpatienten stehen generell nur 2 Bett Zimmer zur Verfügung. Ich bin allerdings persönlich froh, kassenpatient zu sein. Den den weit bekannten Chefarzt würde ich nicht an mich heranlassen. Als Kassenpatient darf man nicht mal ein guten Morgen geschweige denn einen Blick erwarten!!
Wie schon erwähnt, sind die Assistenzärzte sehr engagiert und voll bei Ihrer Sache. Doch muss natürlich immer erst die Zusage des zuständiges Oberarztes erfolgen um etwaige Schritte einzuleiten und dort fängt der kreislauf wieder an. Beispiel: Als ich eine von drei Braunülen nun mittlerweile schon 7 Tage im Arm hatte und das Blut bereits darin geronnen war, was sehr gefählich werden kann, musste ich leider 4 mal meine Bitte äussern, diese zu entfernen, ehe etwas passiert ist.
Desweiteren ist dieses krankenhaus nichts für absolute "Freunde des Sterilen". Es ist halt Alt !!!!
FAZIT: das Benjamin Franklin ist mit Sicherheit ein sehr inovatives, anerkanntes krankenhaus mir breitem Behandlungsspektrum. Diese Ärzte dort haben einfach mehr Erfahrungen gesammelt und behandeln nach neuestem Stand.Viele medizinische Sensationen sind hier bereits gelungen.
An der Behandlung an sich, habe ich garnichts auszusetzen. Hier wissen die Ärzte wirklich was sie machen.!!!
Doch alles hilft nichts, wenn die administrative Arbeit nicht funktioniert.
Ein Tipp: Sehr gute Behandlung in diesem Haus. Klappt etwas nicht oder seit ihr unzufrieden, macht euerm Ärger sofort!! Luft. Schreit auch mal rum und tretet den Ärtzen in den A.....! und droht. Dann spuren die Leute dort auch, ansonsten werden ihr schnell vergessen.
Mich vergisst zum Glück fast niemand dort, liegt aber vieleicht an meinem Alter (19)was sehr ungewöhnlich ist.
PS.: Es ist ein sehr Raucherfreundliches Haus. Raucher finden auf fast jeder Station am Ende einen kleinen Raucherbalkon!!!
Grüße
Alex
1 Kommentar
Die Temperatur des Behandlungsraumes hat mich auch einmal erschreckt, muss aber leider sein weil die Geräte ständige Kühlung benötigen.
Wie gut, dass Sie erwähnen – in Ihren Augen sprachen die privaten Situationen dafür, dass es kein Wunder sei, dass Krankenzimmer-Mitbewohner Herzprobleme hatten. Diese Beurteilung sollten Sie dennoch in Zukunft den Ärzten überlassen. Und Schwestern sind nicht psychologisch für Gespräche ausgebildet noch sollten sie diese Gespräche führen.
Mich hat der Hubschrauberlandeplatz während meiner 3 maligen Aufenthalte auf der Kardiologie nie gestört. Im Gegenteil, ich habe bei jedem Start gedacht wie gut, dass Berlin diese Möglichkeiten hat, wie bedauerlich, dass ein Mensch um sein Leben kämpfen muss. Zum medizinischen Ablauf kann ich zu Ihrer Beschwerde nichts sagen, bin nur ein Patient. Ihr aus jeder Zeile sprechender Frust tut mir aber Leid, das tut einer Genesung auch nicht gut.