Krankenhaus als überlebte Verwahreinrichtung
Diese Bewertung geht nicht in die Gesamtbewertung ein
- Pro:
- Unter diesen Umständen die Mitarbeiter
- Kontra:
- siehe Text
- Krankheitsbild:
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Als Besucher des St.Vinzenz-Hospital (Sa. 18.10.2013) ist man schon erstaunt, wie unwirklich schon das Erscheinungsbild ist. Es geht schon auf den Krankenhausgelände los. Die vielen Baustellen sind nicht gesichert, keine Absperrungen, Schutt und Baumaterial liegt liegt rum und Neubauten zugänglich, keine behelfsmäßigen Sicherungen, Türen oder Sperren vorhanden. Baumaschinen standen so, als wäre der Bauarbeiter gerade mal schnell Pause machen. Abfälle an jeder Stelle auf dem Gelände. Beim Betreten hat man als Besucher keine Orientierungshilfen, keine Wegweiser oder entsprechende Hinweise, so dass man sich Durchfragen muss. Das Gebäude wirk im Inneren dunkel und abweisend. Wenig Licht, zuwenig Farben. Veraltete Innenarchitektur kann schon Depressionen auslösen. Veraltete Sanitäre Einrichtungen und Toiletten. In den Zimmern keine Fernsehn, kein Radio, kein Telefon - einfach fast so wie im Strafvollzug der ehemaligen DDR. Die Ausstattung ebenso veraltet. Der Personalschlüssel schein verloren gegangen zu sein. Kaum Personal wahrnehmbar - und dass in einem Bereich, wo gerade diese Patienten viele Ansprechpartner benötigen. Die 'Cafeteria' wirkt trostlos, kein gutes Angebot, alles so dunkel und ungastlich. Fazit: Das St.Vinzenz-Hospital ist nur ein weiteres Beispiel für das so desolate Gesundheitswesen in Deutschland. Der Träger ist die Katholische Kirche. Die Sanierung eines Bischofssitzes (jetzt noch für 40 Mio. €) ist vielleicht wichtiger als zeitgemäße Krankenhäuser.
Eine Schande. Den Mitarbeitern kann man kein Vorwurf machen, diesen Zustand hat die Politik und der Träger des Hospitals zu verantworten. Wie ist so etwas eigentlich heute noch möglich. Die zuständigen Aufsichtsorgane des Gesundheitswesens, der Heimaufsicht, der Krankenkassen, der kommunalen Verwaltungen und der Kirchen haben versagt, weggeschaut, den Patienten ignoriert, nur das Geld gezählt - was am Ende des Tages 'verdient' wurde. Die Medien wissen davon natürlich auch nicht, denn solche Themen sind nicht lukrativ genug. Soll so die Umsetzung des christlichen Gedankens an die Menschen aussehen und das bei Jenen, die sich auf Grund eigener Probleme nicht wehren können? Die meisten Angehörigen von Patienten scheinen sich als Persönlichkeit aufgegeben, sonst würden sie sich gegen wehren.

