Nach anstrengender Organisation und Bewillung der Kur, reisten wir am 27.01.09 in der Klinik an.
Wir wurden sehr freundlich in Empfang genommen, die Zimmer waren nicht groß, aber ausreichend.
Am nächsten Tag ging ich zur Aufnahmeuntersuchung. Die Schwester begrüßte mich sehr freundlich und das Aufnahmeritual "Wiegen" wurde durchgeführt. anschließend gin ich zur Ärztin rein. Ich schilderte ihr meine Beschwerden (Bandscheibenvorfall/Überlastungssyndrom) und die Art der Therapie, die ich zu Hause bekomme. Damit konnte sie schon mal gar nichts anfangen und fragte nach, was das sei. Außerdem hatte ich das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.
Nun ja, mit einem Therapieplan ausgerüstet ging ich zu Hausführung.
Zum Haus muss ich sagen, dass es eigentlich sehr schön ist. Es hat allerdings einen entscheidenen Nachteil: Die Übergänge zum Speisesaal und Arzthaus sind zwar überdacht, aber nicht beheizt, so das man stets einen Wechsel von warm zu kalt und umgekehrt hat. Daher ist ein erhöhtes Erkältungsrisiko vorprogrammiert.
Am nächsten Tag erwachte ich mit starken Halsschmerzen und Nebenhöhlenbeschwerden.
Da dies nicht der erste starke Infekt innerhalb von 2 Monaten war, bat ich nun um eine Antiobiotikatherapie, welche ich auch bekam.
Zwei Tage später musste ich mit meinem Kleinen zum Bereitschaftsarzt gefahren werden, da er eine beidseitige Mittelohrentzündung bekommen hatte; also auch Antibiotika.
Tags darauf hatte die Kurärztin Sonntagssprechstunde und da ich festgestellt hatte, das mir von der Menge her zu wenig Antibiotika für meinen Kleinen verschrieben worden war, bat ich um Nachschub. Der wurde mir zwar gewährt, allerdings entbrannte eine Diskussion über die Gabenmenge. Ich ging nach Körpergewicht, sie nach Alter. Wir trafen uns in der Mitte. Hätte ich mal auf mein Gefühl gehört. Jetzt da wir wieder zu Hause sind (sind auf Grund der starken Infekte früher abgereist), wurde von unserer Kinderärztin festgestellt, dass beide Ohren schon wieder entzündet sind und die Dosis nicht hoch genug war.
Mein kleine Sohn und ich bekamen im Abstand von 3 Tagen, auf Grund der vielen Medikamente Magen-Darm-Beschwerden. Während ich auf eine Tablette mit Unverträglichkeit reagierte, war bei meinem Kleinen die Darmflora außer Gefecht gesetzt und er plagte sich 1 1/2 Stunden (!) mit Durchfall. In beiden Fällen setzte man uns für 48 Stunden auf Quarantäne (das heißt 4 von 5 Tagen). Da dies nicht tragbar für mich war, da mein großer Sohn mit ADHS ebenfalls mit auf dem Zimmer bleiben sollte, reisten wir aufgrund einer medizinischen Diagnostik früher ab.
Die letzten gewechselten Worte mit der Ärztin waren ziemlich unsachlich (beiderseits).
Eine auf ADHS spezialisierte Klinik sollte in meinen Augen die Möglichkeit geben, dass kranke Mitangehörige (Mutter/Geschwister) die Möglichkeit haben, sich in Ruhe auszukurieren. Dies ist allerdings nicht möglich, wenn das ADHS-Kind, trotz sehr gutem Gesundheitszustand mit auf Quarantäne gesetzt wird. Hier fehlt es an einer Betreuungsmöglichkeit für diese Kinder.
Mein Gesundheits- und psychischer Zustand haben sich in diesen anderhalb Wochen gravierend verschlechtert, da eine Entlastung nicht gegeben war.
Des Weiteren empfinde ich es als ein weiteres Manko, dass die Klinik nicht über einen Kinderarzt verfügt. Alle, ob groß oder klein gehen durch die Hände der Allgemeinärzte.
Nichts desto trotz möchte ich noch betonen, dass sich alle Mitarbeiter (bis auf die Ärztin) wirklich Mühe gaben, einem jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Mein besonderer Dank gilt der Hausdame, der Nachtschwester und der Psychologin, die versucht hat, mir mit Worten Kraft zu geben und aufzubauen.
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Das Team der Kurklinik Arendsee