bisher 3 (jeweils ca. 3wöchige) Aufenthalte in der Klinik für Manuelle Medizin in den Jahren 2000, 2003 und 2007
Ich habe eine schwere Skoliose und leide seit langem an deren Begleiterscheinungen (chronische Schmerzen, Bewegungs- und Funktionseinschränkungen, Schwindel, Erschöpfung usw.). Sport und Muskelaufbautraining sind mir nicht möglich, selbst mit normaler Krankengymnastik bin ich oft überfordert. Seit meinem zehnten Lebensjahr wurde ich von Orthopäde zu Orthopäde weitergereicht. Im günstigsten Fall waren sie freundlich und bemüht, konnten mir aber nicht helfen, zumal ich mich partout nicht für eine operative Lösung, also die Versteifung der kompletten Wirbelsäule, begeistern konnte. Als ich im Frühjahr 2000 im Fernsehen zum ersten Mal von den Hellmuth-Ulrici-Kliniken hörte (die Verwendung der Wörter "Osteopathie", "Arzt" und "Krankenhaus" in ein und demselben Satz hatte mich aus dem Feierabendkoma erweckt), war ich an einem Punkt, wo ich nicht mehr weiter wusste und vor lauter Verzweiflung kurz davor stand, nach gerade mal drei Jahren Berufstätigkeit einen Antrag auf Frührente zu stellen. Nach meinem ersten Aufenthalt in Sommerfeld im Herbst desselben Jahres (3 Wochen Klinik für Manuelle Medizin plus weitere 4 Wochen Reha in der Rehaklinik am gleichen Standort) war ich wieder "vollschichtig einsetzbar", wie das im Gutachterdeutsch heißt - und nicht nur das: Ich fühlte mich auch so!
Ein Wunder? Nicht ganz. Zum Erfolg jener ersten stationären Behandlung, der sich auch nach jedem weiteren Aufenthalt in Sommerfeld verlässlich eingestellt hat, haben etliche Faktoren beigetragen. Für mich besonders wichtig sind dabei:
- fachliche Kompetenzen und Spezialisierungen:
In Sommerfeld traf ich zum ersten Mal auf Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin, wie die bundesweite Facharztbezeichnung seit der Wende lautet (davor in der DDR als Arzt für Physiotherapie bekannt, in der alten Bundesrepublik aber nicht existent), und stellte fest, dass sie mir vielfältigere und - nach meinem Empfinden - für meinen Fall besser geeignete Therapieangebote machen konnten als die Orthopäden in meiner süddeutschen Heimat. (Schon meine erste Vorstellung in der ambulanten Chefarztsprechstunde im Mai 2000 empfand ich geradezu als eine Offenbarung: Nach damals schon immerhin 27jähriger Patientenlaufbahn hatte ich hier zum allerersten Mal bei einem Arzt das Gefühl, dass ihm zu meinem Rücken etwas Konstruktives einfallen könnte! Ich fasste auf Anhieb Vertrauen, was wiederum ein nicht zu unterschätzender psychologischer Faktor in Bezug auf den Behandlungserfolg ist.) Als besonders hilfreich empfinde ich die Muskelfunktionsdiagnostik nach Janda und weitere Methoden, die in Sommerfeld in jahrelanger Zusammenarbeit der Klinikärzte mit Kollegen in Tschechien etabliert wurden; auch davon hatte ich in Westdeutschland zuvor nichts gehört. Und endlich wurde ich mal nicht (wie in anderen Etablissements geschehen) zu "sportlichen Höchstleistungen" angetrieben, bei denen meine Muskulatur noch mehr verkrampft, sondern es wurde auf Entlastung, Entspannung und sanfte Schulung von Haltung und Koordination Wert gelegt, was sich als für mich goldrichtig erwies. Neben den körperlichen Therapien wird auch eine psychologische Mitbetreuung angeboten, die ich gern in Anspruch genommen habe.
- individuelles Eingehen auf Patienten:
Schon die Aufnahmeuntersuchung fiel für mein Empfinden ungewöhnlich lang und gründlich aus. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung hatte ich immer wieder Gelegenheit, mich mit den Ärzten und Physiotherapeuten zu besprechen, Fragen zu stellen und Sorgen und Bedenken zu äußern. Gerade bei chronischen Krankheiten, bei denen man als Patient zu aktivem Mitwirken und Mitdenken aufgefordert ist und - mir geht es jedenfalls so - oft Angst hat, etwas falsch zu machen, spielt der Gedankenaustausch zwischen Behandler und Patient in meinen Augen eine genauso große Rolle wie die Therapie als solche und ich war sehr beeindruckt von der Freundlichkeit und der Geduld, mit der man sich mit meinen Sorgen und Nöten auseinandersetzte. Besonders imponiert hat mir dabei, dass Ärzte und Therapeuten souverän genug waren, mir offen zu sagen, wenn sie eine Frage nicht auf Anhieb beantworten konnten, und nicht meinten, Unwissenheit oder Unsicherheit hinter arrogantem Auftreten verstecken zu müssen, wie ich es andernorts zuweilen erlebt habe. Das war sicher manchmal anstrengend. Ich fürchte, ich habe einige Leute Löcher in den Bauch gefragt - dafür erkennen sie mich aber alle auch nach Jahren wieder!
- freundliche Atmosphäre:
Was mir bei jedem Besuch in Sommerfeld von neuem angenehm auffällt, ist die Freundlichkeit, welche die Klinik ausstrahlt: Man blickt eigentlich nur in freundliche Gesichter, vom Chefarzt bis zur Putzfrau grüßt jeder jeden, und wer sich in den Gängen und Fluren des wunderschönen, im "alpenländischen Stil" errichteten Gebäudekomplexes verlaufen hat, findet im Handumdrehen jemanden, der ihm den rechten Weg weist. Auch dies hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich mich in der Klinik wohl gefühlt habe und immer wieder gern dorthin zurückkehre.
Leider gehört auch das "Sommerfelder Idyll" zu den durch die Gesundheitsreform bedrohten Biotopen. Wirtschaftlichkeit, Organisationsoptimierung und dergleichen Schlagworte mehr drängen sich in den Vordergrund, mehr und mehr Leistungen, die früher selbstverständlich dazugehörten, fallen dem Outsourcing zum Opfer (z.B. konnte man früher Wäsche in die Klinik-Wäscherei geben und bekam sie nach 2 Tagen zurück, was für Patienten wie mich, die keine Angehörigen vor Ort haben, die ihnen frische Wäsche von zu Hause mitbringen können, ein wichtiger Service war - heute reist die Wäsche quer durch Brandenburg zum billigsten Service-Anbieter und kommt erst eine Woche später wieder zurück, wenn ihr Besitzer unter Umständen bereits entlassen wurde). Ich beobachte mit Sorge, dass sowohl das medizinische als auch das pflegerische und das sonstige Personal unter immer größerem Druck arbeiten muss, was sich zwangsläufig früher oder später auf die Qualität der Patientenbetreuung auswirken wird. Noch aber ist Sommerfeld im Vergleich zu anderen Kliniken, die ich in der letzten Zeit von innen zu sehen bekommen habe, sehr gut aufgestellt und bleibt für mich erste Wahl.
2 Kommentare
Sehr geehrte/r Patient/in To-Bu,
wir bedanken uns für Ihre Schilderungen und bedauern zugleich, dass Sie mit Ihrem Therapieaufenthalt bei uns unzufrieden waren. Ihrer Rückmeldung entnehmen wir, dass Sie nicht die medizinisch-therapeutische Kompetenz unseres Teams sondern explizit die Quantität der Anwendungen und Umsetzung des Therapieplans bemängeln.
Wir pflichten Ihnen bei, dass ein stationärer Reha Aufenthalt gerade in der Intensität und Individualität zu einer erfolgreichen Schmerzlinderung beitragen soll – unsere jahrelange Expertise spricht hier für sich. Warum uns dies in Ihrem Fall nicht gelungen ist, möchten wir gerne klären und auch mit Ihnen den vertraulichen Austausch suchen.
Bitte wenden Sie sich dafür an [email protected].
Wir wünschen Ihnen gesundheitlich alles Gute
Ihre Sana Kliniken Sommerfeld