Wir sind entsetzt, mit welcher Ignoranz und Verantwortungslosigkeit Mitarbeiter der psychosomatischen Klinik Windach (die bisher einen sehr guten Ruf genoss) in gehobener Position mit ihren Patienten umgeht. Des Weiteren sind wir sprachlos, welche Unhöflichkeit und Arroganz wir als Angehörige seitens verantwortlicher Ärzte und von Teilen des Klinikpersonals aus Windach erfahren mussten.
Chronologischer Kurzbericht:
Unser Sohn leidet seit Herbst 2007 unter erheblichen psychischen Problemen. Seit Januar 2008 ist er in psychotherapeutischer sowie psychiatrischer Behandlung. Der weitere Besuch der Schule (Gymnasium) schied krankheitsbedingt für ihn aus. Die ihn behandelnden Spezialisten (Psychiater, Psychotherapeut) empfahlen im Frühjahr dringend die Behandlung in einer psychosomatischen Klinik und entschieden sich dafür, ihn in der psychosomatischen Klinik Windach anzumelden.
Nachdem wir den Anmelde- und Fragebogen Anfang Juni 2008 ausgefüllt an die Klinik zurück schickten, begann die übliche Wartezeit auf einen Therapieplatz. Wir hegten die Hoffnung, dass die Therapie um den Zeitraum der Sommerferien begonnen und abgeschlossen werden kann, damit unser Sohn seine letzte Chance auf Wiederholung der 11. Gymnasiumsklasse wahrnehmen kann.
Anfang Juli wollten wir (Eltern) in Windach telefonisch nachfragen, ob wir eine Auskunft bzgl. eines möglichen Aufnahmetermins bekommen könnten. Die Auskunft, die wir erhielten war die, dass wir keine Auskunft erhalten würden, da unser Sohn volljährig ist. Als deshalb unser Sohn nachfragte, teilte man ihm mit, dass zur Aufnahme nur noch ein Arztbericht fehlen würde. Er verständigte darauf hin den ihn behandelnden Arzt für Psychiatrie, welcher den Arztbericht sofort verschickte.
Die Aufnahme stand nun kurz bevor und unser Sohn freute sich gewaltig auf die nun ich Sichtweite befindliche Hilfsmöglichkeit. Am 4.08.08 erhielt er von seinem behandelnden Arzt die Auskunft, dass er vor der Aufnahme in Windach eine stationäre Entgiftung in einer regionalen Klinik durchführen müsse. Eine geeignete Klinik war schnell gefunden und signalisierte Aufnahmebereitschaft. Nun wurde vom behandelnden Arzt versucht, einen exakten Aufnahmetermin mit Windach abzustimmen, weil Windach einen nahtlosen Übergang zwischen Entgiftung und Aufnahme forderte. Dieser Termin konnte aber von Windach kurzfristig nicht genannt werden – insgesamt dauerte das Hin und Her zwischen dem behandelnden Arzt, dem Psychologen (der sich einschaltete, weil es dem Patienten immer schlechter ging) und Windach um dieses Thema 3 Wochen!!!
Als wir (Eltern) am 20.08.08 Kontakt zu Windach suchten und bekamen, teilte man uns lediglich mit, es läge nicht an Windach, dass unser Sohn noch nicht aufgenommen wurde, mehr könne man uns aber nicht sagen (O-Ton des Arztes). Weiteres nachfragen (wir wollten es verstehen) war erfolglos. Wir fühlten uns in dieser Situation ziemlich hilflos. Da es unserem Sohn, bedingt auch durch diese Situation der Hinhaltetaktik, zusehends schlechter ging, durchlebten wir eine sehr schwierige Zeit.
Am 21.08 ereilte unseren Sohn schließlich ein Anruf des Arztes, der ihm telefonisch (!!!) eine schnelle Absage erteilte. Immerhin fragte dieser noch nach, ob er, unser Sohn, jetzt arg enttäuscht sei. Nach diesem unglaublichen Telefonat war Windach für uns fernmündlich nicht mehr erreichbar und reagierte auch nicht auf unsere (auf AB gesprochenen) Wünsche um Rückruf. Der behandelnde Arzt unseres Sohnes meinte, man berufe sich in Windach nun offenbar auf den Diagnosehinweis „Differentialdiagnostik Borderline empfohlen“. „Man könne keine Persönlichkeitsstörungen wie Borderline behandeln!“ wurde ihm angeblich mitgeteilt. Dies, obwohl dieser Hinweis in Windach bereits kurz nach der Anmeldung mit dem Arztbrief bekannt gewesen war. Dies auch, obwohl Windach ausdrücklich mit der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen wirbt.
Wir erlebten nun noch einmal verschärft, was es heißt, dieser Willkür ohne jegliche Erklärung, ohne jeglichen Schutz, völlig hilflos ausgeliefert zu sein.
Die gesamte Lebensplanung unseres Sohnes ist seitdem negativ beeinträchtigt, weil er die Sondergenehmigung Wiederholung der 11. Jahrgangsstufe im Gymn. nicht mehr wahrnehmen kann, d. h. die Inkompetenz der Windacher Ärzte oder der dortigen Verwaltung, hat den weiteren Lebensweg unseres Sohnes nachhaltig zerstört. Windach hat uns in eine schwere Krise gestürzt, die ablehnende Nachricht führte zur gänzlichen Instabilität unseres Sohnes und lotste unsere Familie an den Rand des psychischen Abgrunds.
Einziger Lichtblick und Rettung in letzter Minute, war für unsere Familie und unseren Sohn die schnelle Aufnahme und die phantastische Betreuung in der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen. Dem dortigen Team gebührt allergrößter Dank für die schnelle Hilfe in dieser schwierigen, z. T. lebensbedrohenden Phase.
Wir schrieben wir einen langen offenen Beschwerdebrief per Einschreiben mit Rückschein an die Windacher Klinikleitung, weil wir die Auswirkungen des dortigen Tuns kommunizieren und eine Erklärung haben wollten. Zudem sind wir der Auffassung, dass die Klinik Windach mit der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems, dem streben nach einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess und der Kundenzufriedenheit ein Interesse an Aufklärung haben müsste. Weit gefehlt: Am 11.09.08 wurde uns der Eingang unseres Schreibens per Rückschein bestätigt. Bis zum heutigen Tag (Januar 2009) befanden es die Windacher Ärzte nicht für notwendig, sich zu dem vorgeworfenen Sachverhalt in irgendeiner Weise zu äußern.
Wir haben im Nachhinein gehört, dass sich die Klinik seit einem Personalwechsel massiv verschlechtert haben soll. Unsere im Vorfeld gemachten Erfahrungen können dies nur bestätigen.
Im Januar 2009 wurde unser Sohn nun endlich in einer „Helios Klinik“ aufgenommen, um dort seine Therapie zu beginnen. Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis der Behandlung, und können diese Klinik, ihr Konzept und den Umgang mit Angehörigen usw. auf Grund der bisher gemachten Erfahrungen, Bestens weiter empfehlen.
Kontakt: [email protected]
2 Kommentare
Patienten gibt es keine alternative Möglichkeiten zu Essen. Das Personal im Speisesaal ist zwar freundlich, gibt aber z.T. unangemessene Kommentar z.B. zum Essverhalten ab. Das Essen ist gut. Manchmal ist allerdings die einzige vegetarische Variante scharf.
Neben der bereits angesprochenen Gruppen- und Einzeltherapie bekommt man entweder Kunst- oder Körpertherapie. Zusätzlich gibt es verschiede spezifische Gruppen, wie z.B. Angstgruppe. Allerdings sind manche Angebote parallel, weshalb man sich entscheiden muss. Wenn man in keine der (wenigen) spezifischen Gruppen passt, hat man teilweise tagelang nichts zu tun. Wenn man Entschleunigung braucht, kann das ja hilfreich sein, wenn man aber auch zu Hause genug Ruhe hat, ist es vor allem langweilig. Ohne eigenes Auto kommt aus Windach kaum weg, sowohl Linienbus, als auch Klinikbus fahren nur selten. Außerdem muss man bei den jungen Erwachsenen jeden Morgen spazieren gehen und hat am frühen Abend einen Tagesrückblick. Das macht Ausflüge ziemlich schwierig. Die Umgebung ist nett, nur halt am Arsch der Welt.
Die Klinik ist extrem behinderten- und inklusionsfeindlich. Von Seiten der Klinik gab es keine Transfeindlichkeit (nur ständgies misgendern und deadnaming), allerdings haben Therapeuten Transfeindlichkeit von Mitpatienten kommentarlos hingenommen und später geleugnet.
Die Hälfte der Therapiezeit (Gruppe und Einzel) ging für Probleme verloren, die durch die Klinik entstanden sind.
Verschieden Stellen wissen selten, was andere machen. Patientenakten gehen durchaus mal verloren. Für das Sportprogramm wurde ich erst in Woche vier angemeldet. Obwohl ich schon am ersten Tag gesagt habe, dass ich dringend Physiotherapie brauche, habe ich den ersten Termin für den Tag nach meiner Abreise bekommen (?). Man bekommt immer mal wieder falsche Terminzettel. Teilweise erhält man diese auch erst zwei Stunden vorher. Wenn man etwas von Ärzten oder Therapeuten braucht, hat man theoretisch täglich 15 Minuten Zeit dafür, praktisch sind sie jedoch regelmäßig in dieser Zeit nicht auffindbar.
Manche Therapien haben eine längere Wartezeit als der reguläre Aufenthalt (6 Wochen) dauert.
Die Bedürfnisse der Gruppe werden z.T. über die Bedürfnisse einzelner Patienten gestellt, obwohl ständig betont wird, dass ja jeder für sich selber da ist.
Die Situation in den Mehrbettzimmern ist z.T. sehr schwierig, z.B. wenn einer schnarcht.
Die Klinik zementiert die Zweiklassenmedizin enorm. Privatpatienten